Gelato Bartu Pizza aus der Eisdiele

In seiner Eisdiele verkauft Thomas Bartu diesen Winter erstmals auch Pizza. Foto: Gregor Feindt

Das Gelato Bartu zählt zu den besten Eisdielen der Stadt. Seit diesem Winter kann man dort auch Bio-Pizza bestellen.

 

Eigentlich sei sie wegen der Pizza gekommen, sagt die junge Frau in dem grünen Mantel. „Aber dann habe ich mir gedacht: Wenn ich schon mal da bin, nehme ich gleich noch eine Kugel Eis dazu.” Irgendwie komisch: das Eis dazu? Das Gelato Bartu steuern die Leute doch gerade wegen des leckeren Bio-Eises an. Doch seit diesem Winter gibt es noch einen weiteren Grund, nach Schwabing an die Ecke Wilhelm- und Kaiserstraße zu kommen.

Thomas Bartu sitzt in seinem Laden auf einem der bunten Barhocker und schaut aus dem Fenster. Draußen gehen gerade ein paar Schneeflocken nieder. „Der Winter ist quälend”, sagt er. In der kalten Jahreszeit trage sich der Laden mit Eis alleine nicht.

Statistisch gesehen isst der Deutsche im Winter zwar genauso viel Eis wie im Sommer. Das kauft er dann aber lieber abgepackt im Supermarkt. Deswegen gibt es das Eis im Gelato Bartu zum einen nun auch in Blechdosen, zum anderen gibt es seit ein paar Wochen aber auch Pizza.

Aus dem „Pizza e Pasta gusto Italiano” am Mangfallplatz kannte Bartu einen guten Pizzabäcker. „Der macht eine dünne, knusprige Pizza, nicht so große Fladen”, sagt Bartu. Und die gibt es nun in seinem Laden.

Die Pizza gibt es in zweierlei Größen: 22 und 32 Zentimeter. Zum Beispiel die Regina mit Mozzarella, Schinken und Champignons (7,80 bzw. 9,90 Euro) oder die Napoli mit Mozzarella, Sardellen, Oliven und Kapern (9,50 bzw. 11,90 Euro). Für den normalen Hunger reicht die Kleine, das liegt vermutlich vor allem an dem sättigenden Dinkelmehl, aus dem im Gelato Bartu der Teig gemacht wird. Und wie beim Eis gilt: alle Zutaten sind bio.

Bis zu tausend Leute holen sich an einem Sommertag Eis in Bartus Laden. Pizzakunden sind es momentan noch weit weniger, das liegt auch daran, dass der 65-Jährige die Idee mit dem Bringdienst fallen gelassen hat. Die Pizza muss man selbst abholen.

Bartus Eltern stammen aus Siebenbürgern. Mit vier Jahren kam er nach München, oder besser gesagt: nach Schwabing, dem Viertel, das ihm so wichtig ist, dass er es auch auf seine Visitenkarten druckt: „80801 München (Schwabing)”.

Bis vor fünf Jahren war Bartu in der Schuhbranche tätig. Dann kamen Zalando und die anderen Online-Großhändler. Das Geschäft ging kaputt, Bartu schulte um, lernte auf der Eisschule in Iserlohn das Eismachen und eröffnete vor vier Jahren in seinem geliebten Schwabing die Eisdiele.

Der jungen Frau im grünen Mantel hält Bartu zum Abschied die Tür auf. „Es ist schön, wenn man die Leute aus einem Viertel kennt”, sagt er. Schwabing würde er nie verlassen – es sei denn, er bekäme einen Stand auf dem Viktualienmarkt. Das sei das Herz Münchens, schwärmt Bartu. Und für das Herz der Stadt, da würde er eine Ausnahme machen.
Wilhelmstraße 23,

Täglich 12-22 Uhr,  von April an 11-23 Uhr, Tel. 38476040

 

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