Geisenhausen Horst Seehofer eröffnet Trachtenkulturzentrum

Ein Frau arbeitet am 14.04.2015 im Museum im Trachtenkulturzentrum in Holzhausen nahe dem niederbayerischen Geisenhausen an einer Tracht. (Symbolbild) Foto: dpa

Zünftig soll es demnächst im niederbayerischen Geisenhausen zugehen. Dort soll heute nach zehn Jahren Bauzeit das umstrittene Trachtenkulturzentrum eröffnet werden.

 

Geisenhausen - Nach zehn Jahren Bauzeit ist das umstrittene Trachtenkulturzentrum im niederbayerischen Geisenhausen fertig. Am Samstag (10.00) wird das für sechs Millionen Euro umgebaute Gelände auf einem ehemaligen Pfarrhof im Stadtteil Holzhausen eröffnet. Die Festreden sollen der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) sowie der Vorsitzende des bayerischen Trachtenverbandes, Max Bertl, halten. "Dieser Ort ist wie ein Knotenpunkt, der uns Trachtler aus Bayern, Deutschland, Österreich und Nordamerika zusammenhält", hatte Bertl zuvor gesagt. Am Sonntag (10.00 bis 17.00 Uhr) ist das Trachtenkulturzentrum dann bei einem Tag der offenen Tür für alle Besucher geöffnet.

Die Umgestaltung des denkmalgeschützten Gebäudekomplexes im Ortsteil Holzhausen war jahrelang umstritten bei den Trachtlern. Drei Gauverbände aus dem Allgäu, Garmisch und Mittelfranken waren sogar im Streit um den Umfang des Zentrums aus dem Trachtenverband ausgetreten. Die Kritiker hatten die Kosten als unzumutbar bezeichnet. In Bayern sind etwa 165 000 Trachtler organisiert sowie mehr als 100 000 Jugendliche.

Mit einer Umlage von fünf Euro hatten die Mitglieder des Trachtenverbandes ein erhebliches Eigenkapital zusammengebracht. Zudem hatten sie in mehr als 30 000 Arbeitsstunden Dachstühle errichtet, Dächer eingedeckt, Mauern hochgezogen, Putz- und Malerarbeiten erledigt.

Neben der Geschäftsstelle des Verbandes und dem "Augustiner-Stadl" mit 200 Sitzplätzen hat die Trachtenjugend Bayerns hier ein neues Zuhause gefunden. Sie betreiben in Eigenregie einen Zeltplatz mit Versorgungshaus. Zudem bietet das Jugendbildungshaus 51 Übernachtungsplätze und mehrere Seminarräume. Prunkstück des Trachtenkulturzentrums ist das Museum mit eigenem Depot, in dem rund 70 000 Exponate in klimatisierten Räumen und säurefreien Kartons aufbewahrt werden.

 

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