Gehört der Ihnen? Bub findet Diamantring im Starnberger See

Ein Diamantring - diesen Schatz hat der achtjährige Konstantin Woisch beim Schnorcheln im Starnberger See entdeckt. Foto: Petra Schramek
 

Beim Schnorcheln findet Konstantin Woisch einen wertvollen Ehering. Vergeblich sucht seine Mutter bis jetzt nach der Frau, der er gehört

Possenhofen - Im Starnberger See liegen Diamanten, aber das wusste keiner, bis Konstantin sie herauszog. Goldumrandet glitzerten die nassen Steinchen auf dem Ring, den er aus dem kiesigen Seeboden barg.

Der achtjährige Konstantin hat einen Schatz gehoben – jetzt will er ihn zurückgeben. Denn der Ring trägt nicht nur echte Diamanten, sondern auch eine Gravur: ein Datum, einen Namen, ein Versprechen. Es ist ein Ehering.

Stolz steht Konstantin Woisch im Strandbad Possenhofen am See und zeigt auf die Stelle, wo er den Schatz gefunden hat: Sie liegt etwa fünfzehn Schritte vom Ufer entfert im seichten Wasser.

Konstantin liebt das Schnorcheln. Sobald er darf, will er richtig tauchen. Jetzt schorchelt er bei jeder Gelegenheit im See.

„An diesem Tag hatte Konstantin hitzefrei und wir waren erst zum zweiten Mal hier baden“, erzählt Konstantins Mutter Andrea Woisch. „Sonst sind wir immer in Starnberg am See, weil wir dort wohnen.“ An diesem Nachmittag schnorchelt Konstantin mit einem Freund in neuen Gefilden.

Und er ist auf Schatzsuche. Immer wieder bringt er seiner Mutter die Funde ans Ufer. „Eine rostige Gabel war dabei, ein alter Pfennig, Seepflanzen, sowas.“ Immer wieder taucht Konstantin ins Wasser. „Tauch’ mir doch mal nach einem Diamantring“, ruft ihm seine Mutter aus Spaß zu. „Hab ich schon!“, antwortet Konstantin.

Dann bringt er den Schatz: einen mit Diamanten besetzten Goldring. „Da war ich sprachlos“, sagt Andrea Woisch.

Sie erkennt, dass es ein Ehering ist und will ihn zurückgeben. Das Hochzeitsdatum im Ring liegt noch nicht mal ein Jahr zurück.

Doch weder am nahen Kiosk noch im Fundbüro hat sich jemand gemeldet, auch in den umliegenden Standesämtern findet Andrea Woisch nichts heraus. Im Ring ist der Name „Ersin“ eingraviert, ein türkischer Männername. Außerdem steht dort der Name einer türkischen Schmuckmanufaktur. Sie ruft dort an, kommt aber nicht weiter.

Der Ring ist ein Rätsel: Warum meldet sich niemand und sucht nach ihm? Wurde er etwa absichtlich weggeworfen, aus Wut über einen Streit?

Andrea Woisch glaubt das nicht. „Vielleicht weiß die Besitzerin einfach nicht, wo sie den Ring verloren hat“, mutmaßt sie. „Es wäre schön, wenn ich den Ring noch vor dem ersten Hochzeitstag zurückgeben könnte.“ Sie hat dafür eigens eine Mailadresse angelegt: ehering@gmx.de. Als Kontrollfrage dient ihr das Hochzeitsdatum, das im Ring eingraviert ist.

Auch Konstantin hofft, dass jemand den Ring abholt. Mit dem Schmuckstück könnte er schließlich gar nichts anfangen. Er hätte lieber einen Finderlohn: „Etwas von Lego.“

 

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