Gegen Granaten und Sprengsätze Audi legt gepanzerten A8 neu auf

Optisch kaum von der Serienversion zu unterscheiden: Der Audi A8 in der Sonderschutzausführung L Security. Foto: dpa

Es ist nicht gerade ein Durchschnittsauto für Durchschnittsfahrer: Die Sonderschutzausführung des Audi A8 ist für Politiker oder Unternehmer gedacht, die Anschläge fürchten müssen.

 

Ingolstadt – Gewappnet gegen den Handgranatenangriff und eine Wechselsprechanlage wie am Bankschalter: Audi legt die Sonderschutzausführung des Markenflaggschiffs A8 neu auf. Die Version für „personenschutzbedürftige Menschen“ wie manchen Politiker oder Unternehmer besitzt laut Audi die offizielle Zertifizierung des Deutschen Beschussamtes in München nach der Beschussklasse VR7 der Richtlinie für kugelsichere Fahrzeuge BVR 2009 und genügt damit „den strengsten Richtlinien, die für zivile Fahrzeuge gelten“. Im Klartext heißt das: Bleche und Verglasung müssen einer Attacke mit NATO-Hartkernmunition standhalten.

Die Widerstandskraft der Sicherheitszelle des komfortabel ausstaffierten Audi A8 L Security erreichen die Ingolstädter mit extrem zähen Materialien wie Panzerstahl, Aramidgewebe und Keramik.

Der gepanzerte Fahrzeugboden ist aus einer speziellen Aluminium-Legierung gefertigt, damit widerstehe die Sonderschutzausführung einem Angriff mit Militär-Handgranaten. Die Scheiben aus Spezialglas sind mit einer splitter-hemmenden Polycarbonat-Schicht versehen.

Doch der gegenüber der Serienversion um 13 Zentimeter auf 5,27 Meter gestreckte Audi (Radstand: 3,12 Meter), dessen spezifischen Teile per Hand in 450 Stunden in einer geschützten Produktionsumgebung entstehen, kann noch mehr: Eine Wechselsprechanlage sorgt dafür, dass auch bei geschlossenem Fenster mit der direkten Umwelt kommuniziert werden kann. Ansonsten stehen eine Internet-Anbindung und für mobile Endgeräte ein W-Lan-Hotspot zur Verfügung.

Außerdem gibt es ein optionales Notausstiegssystem, das per pyrotechnischer Trennschrauben in den Scharnieren die Türen von der Karosserie trennt. Ein Feuerlöschsystem, das per Tastendruck oder Wärmesensor Löschmittel in Radhäuser oder den Motorraum spritzt, ist ebenso verfügbar wie ein Notfall-Frischluftsystem.

Audi motorisiert die gepanzerte Limousine wahlweise mit einem 320 kW/435 PS starken V8-Biturbo mit vier Litern Hubraum oder einem W12-Saugmotor, der aus 6,3 Litern 368 kW/500 PS generiert. Als Beschleunigungswerte von 0 auf 100 km/h gibt Audi 7,5 und 7,1 Sekunden an. Die Höchstgeschwindigkeit ist mit Rücksicht auf das Leergewicht von gut 3,6 Tonnen und die Bremsperformance jeweils auf 210 km/h begrenzt. Sollten dem A8 L Security einmal die Reifen zerschossen werden – dank Kunststoffringen kann das Auto mit bis zu 80 km/h weiterrollen.

Der Audi A8 L Security kann ab sofort bestellt werden – prinzipiell von jedermann. Allerdings gelten beim Vertrieb spezielle Bestimmungen. Auf diese Weise soll verhindert werden, dass ein solches Auto zum Beispiel an Diktatoren ausgeliefert wird. Die Auslieferung beginnt laut Audi im dritten Quartal 2014. „Über den Preis redet man nicht“, sagte ein Sprecher und sprach lediglich von einer Summe im sechsstelligen Bereich.

 

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