Gegen den Krach Rockavaria: Bezirksausschuss lehnt das Festival ab

, aktualisiert am 17.11.2017 - 10:24 Uhr
Das Rockavaria findet nächstes Jahr auf dem Königsplatz statt. Foto: dpa

"Der Königsplatz wird missbraucht", sagen die Lokalpolitiker: Der Bezirksausschuss lehnt das "Rockavaria" ab.

Maxvorstadt - Die "Toten Hosen" sollen den Königsplatz rocken. Bekanntermaßen engagiert sich die Band schon lange gegen Rechts. Ein Auftritt, auf dem pompösen Aufmarschplatz von Adolf Hitler, hätte also für München durchaus Symbolcharakter: "Ich finde diese Idee grandios. Die Toten Hosen sind die beste Wahl, die man für den Königsplatz treffen kann", sagt Felix Lang von der SPD im Viertel. "Ich freue mich darauf!", setzt er noch nach.

Mit seiner Vorfreude ist der Lokalpolitiker im Bezirksausschuss Maxvorstadt allerdings stark in der Minderheit. Das Stadtteilgremium lehnt das zweitägige Festival "Rockavaria" mit den Hosen ab: "Der Königsplatz ist eine der wenigen Grünflächen, die wir hier haben. In dieser Größenordnung hatten wir noch keine Veranstaltung. Das wäre ein Präzedenzfall!", argumentiert Sabine Thiele von den Grünen gegen das junge, eher alternative Musikfestival.

22.000 Besucher am Tag bei "Rockavaria"

Bislang fand "Rockavaria" auch im Olympiapark statt: Doch am 9. und 10. Juni 2018 will der Veranstalter "Global Concerts" beim Rockavaria-Festival an zwei Tagen jeweils zehn Bands auf zwei Bühnen schicken. Besucher pro Tag: 22.000. "Wir nutzen die Fläche, die uns die Stadt zur Verfügung stellt. Das dürfen Sie uns nicht übel nehmen", verteidigt Konzertveranstalterin Andrea Blahetek-Hauzenberger ihr großes Open-Air-Projekt. Sie versprach, direkte Anwohner dazu einzuladen.

Viele Maxvorstädter ärgern sich, dass der Königsplatz bei Events ganz geschlossen wird. Blahetek-Hauzenberger dazu: "Wir wollen relativ spät zusperren, um den Leuten nicht zu viel zuzumuten". Die Grüne Sabine Thiele hat eine andere Sicht: "Für zwei Tage Musik wird unser Platz vier Tage komplett gesperrt. Wir können nicht Fahrradfahren, nicht laufen, kein Museum besuchen. Für die Bürger ist das eine Herausforderung."

Zur lauten Musik gibt es einen versöhnlichen Vorschlag: Der Termin für "Rockavaria" ist bekannt. Anwohner, die den Lärm fürchten, könnten zum Open-Air-Termin ja aus der Stadt wegfahren. BA-Chef Christian Krimpmann (CSU) hofft jedenfalls auf ein bürgernahes Fest: "Wenn es denn stattfindet."

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