Gegen Anderlecht Wer ist Marco Friedl? - Youngster des FC Bayern feiert Debüt

Viel zu tun bei seinem Profidebüt für den FC Bayern: Der 19-jährige Marco Friedl (l.). Foto: firo/Augenklick

Marco Friedl, der Youngster beim FC Bayern München, darf gegen den RSC Anderlecht zum ersten Mal in einem Pflichtspiel ran – und das gleich in der Champions League. Der "kleine Buder" von David Alaba im Porträt.

 

Brüssel - Vergangenen Samstag hatte Marco Friedl noch vor 217 Zuschauern mit den Bayern-Amateuren bei Greuther Fürth II gespielt (und 3:0 gewonnen) – am Mittwoch ging’s dann raus auf die ganz große Bühne: Der 19-jährige Tiroler aus der eigenen Jugend gab im Champions-League-Match beim RSC Anderlecht sein Pflichtspieldebüt für die Münchner, durfte sogar in der Startelf ran. "Der Trainer hat ihm das volle Vertrauen ausgesprochen", erklärte Sportdirektor Hasan Salihamidzic vor dem Anpfiff im ZDF. "Er soll sein Spiel machen, es gibt keinen Druck."

Alaba: "Er war damals noch ein lieber Bua"

Es hätte sicher leichtere Premierenspiele für den Linksverteidiger geben können – die Bayern zeigten ihre schwächste Leistung unter Jupp Heynckes. Und Friedl hatte – wie die gesamte Mannschaft – Probleme mit dem aggressiven Anderlecht-Stil. Vor allem in der ersten Halbzeit. Ärgerlich: Vor dem 1:1 verlor er ein entscheidendes Kopfballduell. "Die Kollegen haben ihn in manchen Szenen ein bisschen im Stich gelassen", analysierte Lothar Matthäus bei Sky. Friedls heiße Feuertaufe.

Daheim in München freute sich besonders einer für den Neuling: Der angeschlagene David Alaba (Rückenprobleme), der Friedl einmal als "kleinen Bruder" bezeichnet hatte. Die beiden Österreicher sind gute Freunde, seit Friedl 2008 vom FC Kufstein in die Bayern-Jugend wechselte. "Ich kann mich noch genau erinnern, als er das erste Mal ganz schüchtern bei mir in der Wohnung saß", verriet Alaba einst. "Da hab’ ich ihn gefragt, ob er was trinken will: ‘Einen Eistee’, hat er dann ganz leise geantwortet. Er war damals ja noch ein lieber Bua."

Extraschichten unter Hermann

Möglich wurde Friedls Debüt erst durch die Verletzungen von Alaba und Rafinha (Schlag auf den Knöchel). Doch schon in den vergangenen Monaten hatte der Youngster sein Potenzial angedeutet. Er kam auf der Asien-Reise zum Einsatz, wusste durchaus zu überzeugen. Speziell von Bayerns Co-Trainer Peter Hermann wurde Friedl zuletzt gefördert. "Herr Hermann interessiert sich für mich. Er legt nach den Trainings mit uns oft Extraschichten ein", sagte Friedl der BILD. Hermann mache ihn "besser".

Matthäus meinte, dass er schon "viel Gutes" bei Bayern über Friedl gehört habe: "Wenn Jupp Heynckes einem jungen Spieler vertraut, dann steht er voll hinter ihm. Dann darf dieser Spieler auch Fehler machen. 1979 war es bei mir in Mönchengladbach genauso." Damals gab Matthäus unter Heynckes sein Profidebüt. Und startete eine Weltkarriere. Davon ist Friedl noch weit entfernt. Die Partie in Brüssel war aber ein Anfang, zudem ein erfreulicher Abend für Bayern.

Denn endlich kam mal wieder ein Spieler aus dem eigenen Nachwuchs in einem Pflichtspiel der Profis zu seinem Debüt. Nach der Eröffnung der Nachwuchsakademie in diesem Jahr kein schlechtes Signal. "Es ist schön für die Jugendabteilung, dass Heynckes ihm eine Chance gibt", sagte Bayerns früherer Co- und Interimstrainer Andries Jonker bei Sky. Also, liebe Bayern-Youngster: Macht es Friedl nach!

 

3 Kommentare

Kommentieren

  1. Ihre Daten können Sie in Ihrem Benutzerkonto ändern. Dieses finden Sie oben rechts .

loading