Bayerns Basketballer können sich am Mittwoch in Berlin zum Champion krönen. Vor allem für Uli Hoeneß, der beim Meistertriumph 2014 im Gefängnis war, würde sich ein Kreis schließen. Die AZ nennt die Titelfaktoren.

München - Auch Basketball-Geschichte wiederholt sich eben. Wie schon in ihrem Meisterjahr 2014 bestreiten die Basketballer des FC Bayern aktuell erneut die Playoff-Finalserie gegen Alba Berlin. Und genau wie damals könnten sie am Mittwoch (20 Uhr) den Titelgewinn in der Hauptstadt perfekt machen, in ihrem Spiel um den Basketball-Thron.

Ein Sieg fehlt dem Pokalsieger, der in dem Best-of-five-Vergleich mit 2:1 führt, noch zum ersten Double. "Wir sind alle topmotiviert, mit der Aussicht Meister zu werden", sagte Danilo Barthel: "Wir wollen es gleich in Berlin schaffen."

Hoeneß verfolgt Finale im Gefängnis

Für Bayern und vor allem Präsident Uli Hoeneß würde sich damit ein Kreis schließen. "Ich kann mich noch gut daran erinnern, wo ich damals lag und die Finalspiele gegen Alba verfolgt habe. Mich hat das damals unheimlich aufgebaut, dass wir den Titel gewonnen haben", sagte Hoeneß im AZ-Interview dazu. Der 66-Jährige hatte 2014 gerade seine Gefängnisstrafe wegen Steuerhinterziehung angetreten. Nun will er den erneuten Triumph hautnah miterleben, auch wenn er noch offenließ, ob er der möglichen Krönungszeremonie in Berlin beiwohnen wird. Er wolle schließlich "kein zusätzliches Feindbild abgeben", sagte Hoeneß. Die AZ erklärt vor dem Spiel um den Thron die Titelfaktoren der Bayern:

Die Defensive: Nach der Heimniederlage zum Auftakt (96:105) hat es der FCBB geschafft, das offensivstärkste Team der Liga zu stoppen und hielt Alba mit seiner aggressiven Verteidigung in den letzten beiden Partien bei gerade einmal 69 und 72 Punkten.

Die Kadertiefe: In Milan Macvan und Braydon Hoobs fehlen aktuell zwei Erfolgsgaranten der starken Hinrunde, in Vladimir Lucic verpasste ein weiterer Leistungsträger Teile des Viertelfinals und das Halbfinale komplett. Andere Spieler übernahmen dafür Verantwortung. Zum Beispiel Alex King, zuvor nur Ersatzmann, der in den Playoffs plötzlich wieder zum ganz wichtigen Rollenspieler wurde.

Das Teamplay: Schon im ersten Finalspiel stellten die Münchener mit 28 Assists einen Rekord auf. Im zweiten legten sie noch mal drei Vorlagen drauf.

Schlüsselspieler Jared Cunningham und Reggie Redding

Die Schlüsselspieler: Jared Cunningham und Reggie Redding waren auch in den Finals da, wenn sie gebraucht wurden. Cunningham glänzte in Spiel zwei als Topscorer (17 Punkte), Redding in Spiel drei (18). Dahinter trifft Nihad Djedovic zuverlässig. Barthel überzeugt mit großem Einsatz in der Defensive und erzielt darüber hinaus wichtige Punkte. "Er hat sich zu unserem Anführer herauskristallisiert", sagte Hoeneß der AZ.

Zum Leader wurde auch Stefan Jovic in den Playoffs, der seine Mitspieler immer besser in Szene setzt und selbst wichtige Würfe trifft. Auch Devin Booker und Lucic sind mit ihrer Wucht im Spiel wichtig.

Uli Hoeneß: Der Hoeneß-Faktor ist für Bayerns Basketballer nach wie vor ein entscheidender. Hinter den Kulissen wirkt Hoeneß ohnehin mit Nachdruck an der Weiterentwicklung der Abteilung, mobilisiert Gelder und Sponsoren. Als Bayern im Viertelfinale gegen Frankfurt schon vor dem Aus stand, richtete er in der Kabine eine emotionale Ansprache an die Mannschaft, die offenbar Wirkung zeigte.