Gefälschte Bewerbung Ingolstadt: Falscher Sanka-Fahrer beim BRK

Ein Sanitäter bringt einen Patienten zum Rettungswagen. (Symbolbild) Foto: Marcus Führer/dpa

In Ingolstadt arbeitet ein Sanitäter wochenlang im Rettungsdienst. Dann kommt durch Zufall raus: seine Bewerbung war gefälscht.

 

Ingolstadt - Falscher Name, Urkunde aus dem Internet: Mit der Bewerbung für die Stelle als Notfallsanitäter – welcher die Verantwortung im Rettungswagen trägt – klappte es trotzdem: Das Bayerische Rote Kreuz, Kreisverband Ingolstadt, stellte ihn an. Wie konnte das passieren?

BRK-Kreisgeschäftsführer Firat Avutan ist erkennbar zerknirscht über die peinliche Panne, die sich gerade in seinem Dienstbereich ereignet hat. "Dieser Fehler hätte nicht passieren dürfen, ist aber passiert", sagt er und weist auf den "Faktor Mensch" hin. Zum Glück sei der Notfallsanitäter, der keiner ist, aber nur "einige Wochen" beim BRK beschäftigt gewesen.

An der Tatsache, dass es dem beruflichen "Quereinsteiger", der um die 30 Jahre alt sein soll, ausgesprochen leicht gemacht worden ist, kommen die BRK-Verantwortlichen allerdings nicht vorbei.

Betrüger nahm für Bewerbung Identität eines anderen an

Der Betrüger hatte für seine Bewerbung die Identität eines anderen angenommen: Die berufliche Urkunde als Notfallsanitäter samt den dazu passenden Personalien eines "Kollegen" aus Niedersachsen hatte er sich einfach aus dem Internet heruntergeladen. Für die Anstellung beim BRK reichte das aus.

Ursache für die positive Entscheidung war nach Darstellung des BRK-Kreisgeschäftsführers, dass die Urkunde beim Land Niedersachsen überprüft und als echt klassifiziert worden sei. Eine weitergehende Überprüfung der Personalien sei allerdings nicht erfolgt.

Durch einen Zufall aufgeflogen

BRK-Kreisgeschäftsführer Avutan ist sich sicher, dass das "Spiel" ohnehin nicht mehr lange gedauert hätte, da der "Notfallsanitäter" zunächst nur auf Probe eingestellt worden sei. "Bei einer festen Übernahme", so Avutan, "hätte er alle möglichen Papiere vorlegen müssen, auch ein polizeiliches Führungszeugnis." Dieses sei bereits angefordert, aber noch nicht eingetroffen.

Nach AZ-Informationen ist der falsche Notfallsanitäter jetzt nur durch einen Zufall aufgeflogen: Eine junge Frau hatte gegen den Mann Strafanzeige wegen sexueller Belästigung gestellt. Erst dadurch kam seine falsche Identität ans Licht.

Verdacht der Urkundenfälschung

Hans-Peter Kammerer, Leiter des Präsidialbüros der Ingolstädter Polizei, wollte sich wegen des laufenden Ermittlungsverfahrens nicht zu Details äußern. Er bestätigte aber, dass gegen den "Notfallsanitäter" wegen des Verdachts der Urkundenfälschung und der sexuellen Belästigung ermittelt werde.

Das BRK hat das Arbeitsverhältnis nach Bekanntwerden der Vorwürfe sofort gekündigt. Avutan: "Er musste alle Schlüssel abgeben und bekam Hausverbot."

 

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