Gebühren für Abfall Gute Nachricht: Müll wird 17 Prozent billiger

Müll rein, Geld raus: Die Münchner müssen für die Entsorgung künftig wohl deutlich weniger zahlen. Foto: Petra Schramek

Weil sie 2011 und 2012 so hohe Gewinne gemacht haben, wollen die Abfallwirtschaftsbetriebe der Stadt ihre Gebühren senken. Das bedeutet eine Ersparnis von bis zu 354 Euro pro Jahr

MÜNCHEN - Strom, Heizung, Gas, Wasser, U-Bahn, S-Bahn, Bus, Tram, Gemüse, Kleidung, Bestattungen, Parkgebühren... brechen wir hier ab – Sie ahnen es ja bereits: Das alles wird seit Jahren teurer.

Jetzt aber gibt’s eine gute Nachricht: Beim Müll hört der Teuer-Trend endlich auf!

Kommenden Donnerstag macht das zuständige Kommunalreferat dem Stadtrat einen Vorschlag: Wir senken die Müllgebühren für die kommenden drei Jahre – um 17,3 Prozent!

Segnen die Politiker diese Gebührenkalkulation der Abfallwirtschaftsbetriebe (AWM) ab, müssen die Münchner von 2013 bis 2015 deutlich weniger für ihre Abfälle blechen. Davon ist auszugehen – die AWM müssen kostendeckend wirtschaften. Sie dürfen keine Gewinne erzielen und für sich behalten. 2011 und 2012 haben die AWM kräftig Kasse gemacht, meldet Kommunalreferent Axel Markwardt. Das geben sie jetzt als Gebührensenkung an die Münchner zurück – zum fünften Mal seit 2005.

Wer zur Miete wohnt, wird das in seiner Nebenkostenabrechnung deutlich spüren.

  • 80-Liter-Tonnen kosten ab 2013 bei 14-tägiger Leerung 115 statt 138 Euro. Ersparnis: 23 Euro im Jahr.
  • Für 120-Liter-Tonnen zahlt man in Zukunft 149 statt 180 Euro bei 14-tägiger Leerung. Ersparnis: 31 Euro

  • 1100-Liter-Tonnen, die es vor allem in Mietshäusern gibt, kosten 920 statt 1112 Euro – Ersparnis: 192 Euro.

  • Wer seine Tonne jede Woche leeren lässt, spart sogar das Doppelte (siehe Tabelle unten). Laut AWM zahlt jeder Münchner ab 2013 im Schnitt 70 Euro Müllgebühren – knapp sechs Euro im Monat.
    Der Grund für die Senkung: Die AWM haben 2011 und 2012 rund 65 Millionen Euro Überschuss erwirtschaftet:

    • Altpapier und Schrott wurden teurer – das brachte den AWM beim Verkauf zusätzliche 11,5 Millionen ein.
    • Die Müllverbrennungsanlage war laut Markwardt „sehr gut ausgelastet“ und erwirtschaftete acht Millionen Euro mehr als geplant.
    • Die Stadtwerke, die die Anlage betreiben, überwiesen den AWM 23 Millionen aus Einnahmen von Energiegutschriften der Jahre 2002 bis 2009.
    • Wirtschaftsprüfer berechneten Rückstellungen neu – das brachte rund 6,5 Millionen.
    • Die AWM gaben bei Stellen weniger aus und sparten über „betriebliche Optimierungen“ insgesamt 16 Millionen Euro.

     

     

     

    Diese Fakten sind Müll:

    335 Kilogramm pro Einwohner

    Jeder Münchner produzierte vergangenes Jahr rund 335 Kilo Müll: 230 Kilo waren Restmüll, 75 Kilo Papier und 30 Kilo Biomüll.

    2011 sammelten die AWM innerhalb des Mittleren Rings 4000 Tonnen Müll aus Abfalleimern und von der Straße.

    2010 waren es nur 3000 Tonnen – 33 Prozent weniger. Im Stadtgebiet gibt es rund 9000 Abfalleimer – einen auf 140 Einwohner.

    Vielen Einwohnern und Touristen scheint das egal zu sein: Jeden Tag landen laut AZ-Berechnungen rund 257000 Wegwerfbecher auf der Straße. Die AWM halten diesen Wert für absolut realistisch.

    München hat zwölf Wertstoffhöfe.

    Dort landeten 2011 rund 90 000 Tonnen Müll. Die größten Posten sind Alt-Holz (25000 Tonnen) und Gartenabfälle (14 000 Tonnen).

    1985 wurden in München die ersten Glas- und Altpapiercontainer aufgestellt.

    1994 wurde das Drei- Tonnen-System (Ab- fall, Papier, Bio) für Haushalte eingeführt.


     

     

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