gAZtro - Lokaltermin "Lump, Stein & Küchenmeister": Lumpen auf fränkisch

Neuer Wirt im Alten Hof: Stephan Holzheus Markenzeichen ist sein weißer Rauschebart. Den Münchnern offeriert er besten Frankenwein und eine moderne Küche. Foto: Daniel von Loeper

Seit drei Wochen hat Wirt Stephan Holzheu "Lump, Stein & Küchenmeister" – seine Weinbar mit Speiselokal im Alten Hof.

 

Einen Lump, einen Bazi, den kennt ein jeder. "Das sind nette und bauernschlaue Typen. Der Gedanke an sie lässt einen lächeln", sagt Wirt Stephan Holzheu.

"Sind Sie Herr Lump?", fragen Gäste den Mann mit dem weißen Wallebart. Er klärt freundlich darüber auf, dass "Lump", "Stein" und "Küchenmeister" in der Weinwelt bekannte Namen von Weinbergen sind – mit die besten fränkischen Lagen, wie der "Eschendorfer Lump", an der Mainschleife, wo die Silvanertraube wächst. "Am Hang geht der Wind durch die Rebstöcke. Auch heuer gab es eine wunderbare Lese", schwärmt der 61-jährige Weinkenner.

Erst seit drei Wochen ist der gelernte Koch und Fürsprecher des Frankenweins nun Münchner Wirt mit Lokal in der Altstadt: Als neuer Pächter des traditionsreichen "Alten Hofs" lädt der gelassene Lump-Wirt ein gemischtes Publikum in den herrschaftlichen Sitz der früheren bayerischen Herzöge.

Lump, Stein & Küchenmeister - Restaurant und Weinbar

Zwischen Dallmayr und Manufaktum führt ein Durchgang zu seinem versteckten Lokal, das sogar einmal als Kantine des Finanzministeriums diente. Das Restaurant "Lump, Stein & Küchenmeister" im ersten Stock prägt das Deckengewölbe von 1506 und ein glanzvoller Parkettboden. Schlichte Holztische, moderne Kunststoffstühle prägen das helle Lokal mit seinen 90 Plätzen.

50 bis 60 fränkische Weine stehen auf der Karte. Die Preise reichen vom 0,1-Liter-Glas für 2,50 Euro bis zu 12 Euro. "Der Gast hat bei mir die Chance, gute Gewächse offen zu probieren", sagt Stephan Holzheu, der mit Hingabe bei der Sache ist.

Zu Grauburgunder oder Rosé serviert er kleine fränkische "Weinbegleiter" wie Ceviche vom Saibling oder Hofer Rindfleisch-Mettwurst. Auf der Tageskarte stehen "Saure Zipfel", feine Bratwürste im Spezial-Haussud mit Ingwer (6,80 Euro). Bayerische Tapas will Stephan Holzheu seine "Kleinigkeiten" nicht nennen, obwohl er oft in Barcelona nach Inspiration sucht.

In der lässigen Wein-Bar im Parterre lässt sich auf gepolsterten Bänken die Lektüre der ausliegenden Abendzeitung mit einem Glas trockenen Riesling kombinieren.

Bis 12 Uhr nachts gibt's warme Küche

Auch Theaterpublikum und Operngäste können die Bar des "Lump" entdecken. Es gibt Kaffee und mächtige "fränkische Haselnussecken".

Der alte Ort war vor Jahrhunderten ein Zwingerkäfig für Tiere. "Ein Herzog hat hier im Keller seine Löwen gehalten", sagt Holzheu. Ein Stadtführer habe ihm das erzählt.

In Dachau hat Stephan Holzheu zehn Jahre lang ein Weinrestaurant nahe des Schlosses geführt. Später, in München, setzte er auf Pop-up-Bars: Holzheu hat Frankenwein beim Open-Air-Kino im Viehhof verkauft.

Im Sommer hat er die "Boxbeutel Bar" in einem Überseecontainer im Werksviertel betrieben.

"Keine Tischdecken, keine eingedeckten Weingläser" – so will der Wirt bei jungen Gästen ankommen. Ein Argument, das sicher zieht: Bis 12 Uhr nachts gibt’s warme Küche.


Alter Hof 3, von 11 bis 1 Uhr, www.lump-die-weinbar.de

 

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