Ice Guys ist ein Ort für alle, die Softeis lieben, es gerne fotografieren uns wissen wollen, was eine lila Ume ist.

Eigentlich ist die schwarze Waffel mit dem eingedrehten Eis in flieder und lindgrün viel zu fesch, um es mit der Zunge anzugreifen. Also wenigstens ein Foto muss man machen (mit viel herumdrehen, damit die dekorativen Toppings im Bild sind, also das, was auf das Eis gestreut oder geklebt wird) bevor man sich dem Matcha- und Ume-Softeis geschmacklich nähert.

Die Ume ist eine ganz wichtige Sorte im Ice Guys, das in der Hohenzollernstraße aufgemacht hat. Die philippinische Süßwurzel gibt dem Softeis nicht nur seinen Geschmack und die lila Farbe, sondern ist auch der Grund, warum die ganze Eisdiele überhaupt da ist.

Nicole Dehner war vor etwa eineinhalb Jahren bei einer Geschäftsreise in Hongkong unterwegs, als sie sich in das Ume-Eis dort verliebte. Während sie in Europa wohl eher eine "was-für-ein-Ding?"-Reaktion auslöst, ist die in Asien Basis für zahllose Süßspeisen. "Hier waren schon viele Philippinos, die das aus ihrer Kindheit kennen", erzählt Nicole Dehner.

Konkurrieren tut die Ume bei Ice Guys nur mit drei weiteren Sorten: dem ewigen und unverzichtbaren Eissorten-König Vanille, dem lindgrünen Matcha-Eis und dem optisch wohl spannendsten Kandidaten: Black Maracuja. Reines Maracujamus für den Geschmack und Asche von Kokosschalen mischt Nicole Dehner in das Eis. Herauskommt ein wirklich ziemlich schwarzes Eis. Die Softeismaschine kann es außerdem mit dem Vanilleeis zu einem Cruella-de-Vil-artigen Kunstwerk verdrehen.

Immerhin 3,20 für eine Kleine und 4,60 für eine große Portion muss man hinlegen, dafür gibt es jeweils zwei Toppings dazu (zum Beispiel Beeren, Zuckeraugen, Haselnusssplitter oder eine ziemlich empfehlenswerte, wenn auch gehaltvolle, Pistaziencrunchcreme).

Außerdem gibt es Milkshakes (Achtung Traditionalisten: Kann man sich mit Spirulina königsblau färben lassen) für 5,50 Euro und Kaffee (Espresso 2 Euro). Ende Juli sollen Bowls mit Granola, freilich in bunten Farben, dazukommen.

Die Ästhetik lohnt sich: In den sozialen Netzwerken sammelt die Eisdiele mit den Fotos fleißig Kunden. "Uns haben schon viele gesagt, dass sie extra hergekommen sind, weil sie das Eis auf Instagram gesehen haben", erzählt Dehner. Ende des Monats soll noch ein weiterer Eyecatcher dazukommen. Verraten sei nur so viel: Es wird edel.

Die 25-Quadratmeter kleine Filiale in der Hohenzollernstraße ist indes nur ein Testbetrieb. Mittelfristig ist das Konzept von Nicole Dehner, ein Franchise-Unternehmen zu werden. Dazu müssen die Ume und ihre eis-thetischen Kollegen jetzt erstmal Schwabing überleben. Gut, dass da sommers Eislaune herrscht.