gAZtro "Der Schwarze Dackel": Cocktails im alten Bierdimpfl-Treff

AZ-Lokalredakteurin Jasmin Menrad.
David Metz bei seiner Lieblingsbeschäftigung: Cocktails machen. Foto: Jasmin Menrad

Aus der Boazn im Westend ist eine unaufgeregte Bar geworden mit Experten für Mixgetränke.

 

München - Viele Jahrzehnte des Rauchens, Bierverschüttens und Ausdünstens lässt sich nicht aus einer Boazn wie dem ehemaligen Ausstellungspark putzen. Da konnten David Metz, David Walker und Pawel Szczypinski noch so lange die brauen Fliesen schrubben, die Holzverkleidung herausreißen und mit blauer Farbe überstreichen. Der Schwarze Dackel riecht nach Boazn. Hmmmm.

Die fünf Männer, die hier ab 9 Uhr am Tresen saßen, sind unbekannt verzogen. So charmant die neue Kneipe im Westend ist, so wenig eignet sie sich zum Bierdimpfeln.

Die Cocktails sind einen Besuch wert

Bei diesem Wetter ignorieren die Gäste sowieso, dass es drinnen mit den Glaskugellampen und den Schul-Stühlen wirklich schön geworden ist. Stattdessen steht ein Grüppchen von Um-die-Dreißigjährigen draußen und raucht eine nach der anderen. Hier findet man sie noch, die Münchner, die aussehen wie die Bohème und immer Geld für Alkohol und Zigaretten haben.

Drinnen singt Bob Marley und David Metz mixt unaufgeregt seine Cocktails. Cocktails, das ist sein Ding, der Mann hat bei Charles Schumann gelernt und die Barkarte vom Kismet entwickelt. Er kann Cocktails – einen Mezcal Sour oder einen Cocktail mit weißem Rum, Ayran, Salbei, Zitrone und Zucker (alle Cocktails 9,50 Euro).

Sein Partner David Walker, (Registratur, Sunny Ale) ist der Bierexperte. Der kleine Schwarze Dackel auf der Karte (1,80 Euro) ist ein Aiblinger Schwarzbier. Das Helle kommt von Maxlrainer (3,60 Euro) und der Kühlschrank ist voll mit Craft-Bieren.
Zwei Jahre läuft der Mietvertrag und man hofft schon jetzt, dass der Dackel länger bleibt.

Im Hinterzimmer läuft Fußball, im Gang spielt ein Paar am Shuffle-Board (14 Euro/Stunde) und je später der Abend, desto mehr Menschen stellen sich an die Theke. Am Wochenende wird aufgelegt – und es soll Livemusik geben. Alles recht unaufgeregt, aber eben zu viel, um nur dumpf ins Bierglas zu starren.


Schwanthaler Straße 158, Di. bis Do. 18 bis 1 Uhr, Fr. & Sa. 18 bis 2 Uhr

 

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