GAZtro Bar Giornale: Das Tor zur Leopoldstraße

Gediegenes Ambiente: die Bar Giornale in der Leopoldstraße. Foto: Daniel von Loeper

Die Bar Giornale ist ein Refugium auf der Leopold und kredenzt Desserts, die zum Noch-Bisserl-Sitzenbleiben einladen.

 

Schwabing - Es ist schon eine ganze Weile her, als die Leopoldstraße noch die Leopoldstraße war. Der Glanz der Münchner Prachtmeile hat über die Jahre eine gewaltige Patina bekommen. Woran das genau liegt, weiß niemand so genau. Schade ist es allemal.

Vor gut fünf Jahren eröffnete im ehemaligen Café Extrablatt die Bar Giornale und war damit praktisch das Tor zur großen weiten Erlebniswelt der Meile. Die Bar gibt es noch. Die Hausnummern dahinter steigen an, die Qualität mancher Läden fallen im Vergleich zur Bar dagegen ziemlich ab. Die Bar Giornale ist ein Exot auf der Leopoldstraße, ein ziemlich feiner Exot.

Die Bar war ursprünglich als italienisches Tagescafé konzipiert, doch der neue gastronomische Leiter Bernd Möhrle hat in den letzten Monaten dem Lokal eine neue Grundidee spendiert. „Wir sind eher New York als Dolce Vita“, erklärt Möhrle. Wohlfühlen tut sich der Gast natürlich weiterhin im äußert eleganten Lokal im italienischen Stil der 60er Jahre.

Das helle Holz, die unzähligen Bilder und die angenehme Atmosphäre sind geblieben, nur die Speisekarte hat sich geändert. Der Grundsatz des lautet „hohe Qualität in lässiger Atmosphäre“, wie es Möhrle nennt. Die Bar Giornale ist ein Ort, an dem sich der Gast den ganzen Tag lag an überaus feinen Dingen laben kann. Doch es sind überraschenderweise die eher einfachen Dinge, die aus dem Angebot des Lokals herausstechen.

Die Mittagsgerichte, wie Linguine mit geschmorter Salsiccia (9,50 Euro) oder Ossobucco mit einer würzigen Kräuter-Limonen-Mischung und gebratenem Gemüse (12,50 Euro, jeweils mit Beilagensalat) sind ausgezeichnet. Zu den absoluten Rennern in der Speisekarte gehören erstaunlicherweise ziemlich gewöhnliche Dinge, die außergewöhnlich gut schmecken: Pommes Allumettes, hauchdünn frittierte Pommes, mit Sauce béarnaise (5,50 Euro) oder das verboten gute Pavlova (9,50 Euro).

Das Dessert würde Überlieferungen nach einer russischen Ballerina gewidmet, die einst in Neuseeland tanzte. Zwar macht der gehaltvolle Nachtisch mit Sahne, Baiser und Fruchtsorbet jegliche Ballettübungen nach dem Verzehr unmöglich, aber warum nicht einfach sitzen bleiben und ganz in Ruhe bei einem Espresso (2 Euro) oder einem Glas Wein (0,1l ab 4 Euro) verdauen. Auf der Leopoldstraße verpasst man wahrscheinlich eh nichts.


Leopoldstraße 7, Telefon 332 000, Mo bis Do von 8 bis 1 Uhr, Fr und Sa von 8 bis 2 Uhr und So von 9 bis 0 Uhr

 

0 Kommentare

Kommentieren

  1. Ihre Daten können Sie in Ihrem Benutzerkonto ändern. Dieses finden Sie oben rechts .

loading