Gay-Kneipen in München: Die Bar zur Feuerwache Durstlöscher unterm Blumenhimmel

Der „kleine Biergarten“, wie Wirt Klug die Terrasse seiner Bar nennt – bei schönem Wetter die beliebtesten Plätze. Foto: Daniel von Loeper

Die Bar zur Feuerwache in der Blumenstraße ist am Wochenende um fünf Uhr morgens ein Geheimtipp – da gibt’s Weißwurstfrühstück

Schon mittags sind Männer um den Tresen versammelt, dem Herzstück der Bar zur Feuerwache. Der Tresen nimmt beinahe die Hälfte des kleinen, schlauchförmigen Raumes ein, nur noch zwei Hochtische an der Wand gibt es, einer davon ist auch belegt.

Hinter dem Tresen ist das Reich von Wolfgang Klug; der Gastronom aus der Steiermark zapft gerade ein frisches Weißbier. 1979 ist Klug nach München gezogen, genau dann, als die Bar zur Feuerwache aufgesperrt hat. Aber das ist Zufall, übernommen hat er sie erst vor 20 Jahren, als der Vorbesitzer sie abgab.

„Ich habe Gäste, die kommen um elf, und gehen, wenn zugesperrt wird, wenn die Clique passt“, sagt Klug mit Blick auf die Gruppe an der Bar. Karteln, ratschen, Bier trinken – so vergeht die Zeit schnell. Von der Welt draußen dringt nicht viel hinein in die Feuerwache, durch das bunte Glasfenster in der Tür kommt wenig Tageslicht.

Heute sitzen nur Männer am Tresen, unter der Woche ist das meist so. Tagsüber eher Rentner und Frührentner, abends Jüngere. Stammgäste. Man kennt sich, im Sommer organisiert Klug eine Feuerwache-Floßfahrt für alle. Am Wochenende wird das Publikum so bunt wie die Frühlingsdeko, Plastikblumenarrangements an der Decke und den Wänden. Dann gehen die Nächte bis drei, und um fünf sperrt Klug den Laden wieder auf – zum Weißwurstfrühstück.

Zwei Stück mit Bier und Brezn für 6,80 Euro. Dafür ist die Feuerwache bekannt, Kellner und Barkeeper kommen nach der Arbeit und Feierpublikum aus Lokalen wie dem Café am Hochhaus und dem Hanoi, dem Prosecco oder der Bank findet sich hier zum frühen Frühstück ein. Auch sonst lässt Klug seine Gäste nicht hungern. Er hat kleine Feinheiten wie hausgemachte Fleischpflanzl mit Kartoffelsalat (4,30), Schinkenbrot mit Meerrettich (3,20) oder Räucherlachs mit Toast und Butter (6,80); im Winter ist sein Grünkohlessen ein obligatorischer Pflichttermin für Stammgäste, jetzt gibt’s gelegentlich Spargel.

Wenn das Wetter passt, sind die Plätze auf der kleinen Terrasse begehrt. Zu trinken serviert Wolfgang Klug drinnen wie draußen allerlei Bier von Becks bis Franziskaner, Löwenbräu bis Schlossbrauerei Hallertau, einige auch alkoholfrei. In der Happy Hour bis 17 Uhr kosten die 2,80 Euro, Dienstag abends 2,10 Euro, sonst um die drei Euro. Aber auch Kaffee, Longdrinks und Rüscherl gibt’s.

So vergehen die Tage und Nächte, zwischen bunten Bildern, Blechschildern und Postkarten, die die Gäste aus aller Welt schicken. An ihr zweites Wohnzimmer.


Blumenstraße 21, Mo. bis Fr. ab 11 Uhr, Sa. 5 – 3 Uhr, So. 5 – 0 Uhr, bar-zur-feuerwache.de, Tel.: 26 04 430

 

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