Gaumenspiel Ein Spazierlokal für Genießer

Gemütliche Herbstabende kann man bei Alexander Vesely verbringen. Foto: Daniel von Loeper

Beim Flanieren im Gaumenspiel entdeckt man Ketchup aus Roter Bete und ein Relikt des Vorgängers.

 

Schwabing - Ist das Gaumenspiel nun ein Delikatessengeschäft, ein Restaurant oder doch eher ein Café? Als Gast wird man vielleicht nicht unbedingt auf den ersten Eindruck schlau, was der kleine Laden nun ist. Eigentlich spielt das auch keine Rolle. Wer etwas im Gaumenspiel probiert wird schnell merken, um was es hier geht: ziemlich feines Essen.

„Mein Traum ist es, wenn Gäste mit einem Glas Prosecco in der Hand durch den Laden spazieren“, sagt Alexander Vesely, der zusammen mit seinem Mann Matthias Kehr das Gaumenspiel betreibt.Auf einem solchen Spaziergang durch seinen Ladenrestaurant werden selbst mit allen Champagnersorten gewaschene Gourmets Dinge entdecken, die sie noch nicht kennen: Ketchup aus Roter Bete, Brot im Blumentopf, Kaugummikippen, Marshmallows mit Fleur de Sel, Rosé Cidre und ein Stempelautomat der MVG. In den Regalen aus Pappe finden sich unzählige Spezialitäten und als Gast fühlt man sich ein bisschen wie früher als Kind in einem Süßwarenladen.

Der Stempelautomat der MVG ist die einzige nicht essbare Spezialität und steht auch nicht zum Verkauf. Der Entwerter ist ein Relikt aus dem Vorgängerlokal von Veselys Gaumenspiel und aus der Zeit, zu der es dort noch eine Mittagskarte gab.

Früher betrieb Vesely in der Markstraße ein ähnliches Lokal mit dem Fokus auf Kuchen. „Die Leute fanden das Essen allerdings so gut, dass es nun ein Feinkostrestaurant geworden ist“, erklärt er. Kuchen gibt es natürlich weiterhin (nach Tagesangebot aus der Vitrine für 3,40 Euro).

Gegen Abend wandelt sich das Gaumenspiel von einem Feinkostladen in ein Restaurant mit französisch inspirierter Küche. Das Besondere an der Karte ist die Tatsache, dass die Gerichte keine magenfüllende Angelegenheiten sind, sondern eher als Amuse Gueule zu verstehen sind. Das Motto lautet am Abend: probieren und genießen. Die Auswahl reicht vom Salat im durchaus üppigen Ausmaß (ab 7,50 Euro) über Quiches (8,50 Euro) und Käsefondue (9,50 Euro) bis zum kunstvoll angerichteten Ratatouille (11,50 Euro). Besonders beliebt sind auch die Galettes, eine bretonische Pfannkuchenspezialität aus Buchweizenmehl (ab 7,50 Euro).

Nach dem Essen im Gaumenspiel wird man auf dem Spaziergang nach draußen sehr wahrscheinlich wieder Dinge entdecken, die man auch gleich probieren möchte.

Haimhauserstr. 11, Telefon 330 386 33, Mittwoch bis Freitag von 15 bis 23 Uhr, Samstag von 9.30 bis 23 Uhr und Sonntag von 9.30 bis 18 Uhr, www.gaumenspiel.de

 

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