"Garpunkt" Ganz und gar

Lässig statt schick: Das Logo prangt als Graffiti an der Wand. Der Gastraum des „Garpunkt“ ist schlicht und unaufgeregt eingerichtet. Foto: Hansi Trompka

Am Regerplatz hat ein Restaurant aufgemacht, in dem sich ein Koch und ein Weinliebhaber auf hohem Niveau ausleben: Das „Garpunkt“

Was Niko Romano und Stefan Lechner so sympathisch macht? Dass sie um sich, um ihr Lokal und um das, was sie servieren kein Gehabe machen. Anders die Gäste: Wer das „Garpunkt“ am Regerplatz einmal entdeckt hat, lobt es in den höchsten Tönen und kommt bald wieder.

Der Gastraum ist schlicht gehalten, an den Wänden ein paar knallrote Münchenbilder und das Restaurant-Logo als Graffiti, sonst dienen nur die im Laden verteilten Weinflaschen als Zierde. Für sie ist Nico Romano verantwortlich, zu jedem Gang weiß er den passenden Tropfen zu empfehlen. Zwei Jahre hat der Deutsch-Italiener in Rom verbracht und wollte ursprünglich dort ein Lokal eröffnen, kam dafür dann doch zurück nach München. Mitgebracht hat er zum Beispiel den Kaffee aus dem „Café Sant'Eustachio“ hinter dem Pantheon, der noch in einer alten Holztrommel geröstet wird.

Romano kümmert sich also um die Gäste und den Wein, die Küche ist das Reich des Stefan Lechner. Die beiden kennen sich seit ihrer Zusammenarbeit im Gandl. „Wenn ich Wirsinggemüse zubereite, dann ist das tatsächlich noch Wirsing, gut zubereitet – ich verkünstele nichts und erfinde nichts neu“, sagt Lechner. Alle Fonds, alle Saucen setzt er selbst an in seiner Küche, Ehrensache, sogar das Brot ist selbst gebacken.

Die Produkte, die in den Töpfen und Pfannen landen, sind sorgsam ausgewählt. Eine Leidenschaft Lechners und Romanos, die sie etwa extra nach Italien fahren lässt, um das tolle Olivenöl abzufüllen, das sie dort einmal gekostet hatten.

Was am Abend aus alldem wird, steht an der Tafel angeschrieben: Gebratene Gänselebermedaillons mit Mango-Chutney (13 Euro), Simmentaler Rinderfilet mit Rahmwirsing und Schmorkartoffeln (24), Thunfischtranche mit Zuckerschoten und Zitronenrisotto (22), als Finish ein Tonkabohnenmousse oder Walnussparfait (6). Klein gehalten ist die Karte und doch so, dass jeder damit glücklich wird.

Als Gastgeber begreifen sich die beiden, und wer auf der Terrasse eine Vorspeise zu einem guten Glas Wein genießen will, ist genauso willkommen wie die Anhänger des abendlichen Degustationsmenüs mit fünf Gängen und Wein für 79 Euro. Und so bodenständig wollen sie bleiben, steif soll es nie zugehen im Garpunkt. „Die Leute sollen genießen und sich dabei leicht und frei fühlen – nicht eingezwängt“, sagt Niko Romano.


Regerplatz 3, Mo. bis Sa. 18 – 1 Uhr, www.restaurant-gar.de, Tel.: 44 44 99 40

 

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