Garderobe von Prominenten „Buy my Dress“ : Shoppen mit gutem Gewissen

Die einen spenden, die deren wühlen. "Buy my Dress" im Bayerischen Hof und Nadja Erdmann Spricht über Luxusprobleme. Foto: dpa/az

Die einen spenden, die anderen wühlen. "Buy my Dress" im Bayerischen Hof - und Nadja Erdmann spricht über Luxusprobleme.

 

München – Veronika Jacklbauer trägt einen schwarzen Hut auf dem Kopf und mehrere Paar Lederhandschuhe über dem Arm, als sie durch den mit Kleiderstangen vollgestellten Saal schlendert. Sie ist Designerin des Münchner Trachtenlabels CocoVero. „Wir haben ein Dirndl gespendet, und jetzt shoppen wir Accessoires“, sagte Jacklbauer. Beim Mode-Charity-Verkauf „Buy my Dress“ im Hotel Bayerischer Hof ist Jacklbauer Spenderin und Kundin zugleich.

Mehr als 3500 Kleider und Accessoires, die zum Teil prominenten Deutschen gehörten, haben Freiwillige in den vergangenen Wochen zusammengesammelt und für den Verkauf sortiert. Der Erlös aus dem offenen Verkauf geht an die Kinderhilfsorganisation „Children for a better World e.V.“.

Ex-„Germanys Next Topmodel“ Marie Nasemann, das Gesicht der diesjährigen Kampagne, hat eine ganze Kiste mit Abendkleidern, Mänteln und Bademode gespendet. „Ich weiß, zu volle Kleiderschränke sind ein Luxusproblem – aber es ist umso schöner, wenn man mit einem Luxusproblem ein echtes Problem lösen kann“, sagte das dunkelhaarige Model, das mit Heidi Klums Castingshow bekannt wurde.

Zusammen mit einem Sakko von Senta Berger, einem hochzeitskleidähnlichen Bühnenoutfit von Volksmusiksängerin Stefanie Hertel und einer Kochschürze mit Kochbuch von Veronique Witzigmann hängt ein bodenlanges Abendkleid im Nude-Look von Marie Nasemann später an der Kleiderstange mit dem Pappschild „Stars“. Nebenan sind Röcke, Blusen und Hosen sauber aufgereiht. Auf Zetteln steht der Preis und wem das Kleidungsstück vorher gehörte.

Am Eröffnungstag ist der Andrang enorm: Mit Drängeln und Schubsen arbeiteten sich die vor allem weiblichen Besucher von Kleiderstange zu Kleiderstange, immer auf der Suche nach einem Schnäppchen, wie dem hellblauen CocoVero-Dirndl. Es wird statt zum Ladenpreis von 560 Euro für die Hälfte angeboten. Vor dem Eingang hat sich eine lange Schlange gebildet. „Ich muss raus, mir ist es hier viel zu voll“, sagt eine junge Frau und stürzt durch die offenen Türen.

Die Aktion „Buy my Dress“ wurde vor drei Jahren von der Kinderhilfsorganisation „Children for a better World e.V.“ initiiert. Unter dem Motto „Fashion for Food“ geht der Erlös an 51 Einrichtungen, die damit warme Mittag- und Abendessen für bedürftige Kinder finanzieren. Eine davon ist die Münchner Initiative „Lichtblick Hasenbergl“, in der täglich 120 Kinder von drei bis 21 Jahren eine gesunde Mahlzeit erhalten.

Im vergangenen Jahr kamen bei „Buy my Dress“ 40.000 Euro zusammen.

 

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