Für Länderspiele nicht nominiert Mario Götze im freien Fall: Sein Kampf um die WM

Mario Götze bei der Nationalmannschaft. Foto: Soeren Stache/dpa

Deutschlands WM-Held von 2014 fehlt bei den Länderspielen gegen Spanien und Brasilien. Joachim Löw kritisiert die Spielweise von Mario Götze. Droht er nun die WM zu verpassen?

 

Düsseldorf - Verblassen werden die Erinnerungen nie, aber sie sind inzwischen auch schon fast vier Jahre alt: Mario Götze, der den Ball nach einer Flanke von André Schürrle per Brust auf den linken Fuß tropfen lässt – um ihn dann, im Fallen, an Argentinien-Torhüter Sergio Romero vorbei im Tor zu versenken. Ein herrlicher Treffer, ein entscheidender: Er sichert Deutschland den Sieg im WM-Finale 2014. Für Mario Götze ist es der größte Moment seiner Karriere.

Dass der 25-Jährige schon damals in Rio den Höhepunkt seiner Laufbahn erreicht hatte, war zu vermuten gewesen. Was sollte noch kommen nach einem Siegtor im WM-Endspiel? Doch den sportlichen Abstieg, den Götze seitdem erlebt hat, konnte niemand vorhersehen: Der Offensivstar, der nach enttäuschenden Jahren beim FC Bayern im Sommer 2016 zu Borussia Dortmund zurückkehrte, droht nun sogar die WM in Russland zu verpassen.

Löw wünscht sich offensiveren Götze

"Er hat ein unglaubliches Potenzial und ist ein Spieler, dem ich eigentlich auch vertraue", sagte Bundestrainer Joachim Löw zuletzt bei Eurosport: "Aber im Moment ist er noch nicht in der Form, in der wir ihn uns wünschen. Ich wünsche mir von ihm, dass er aus seiner Position wieder mehr in die Spitze geht. Wir müssen ihm helfen, dass er daran arbeitet und die nächsten zwei Monate nutzt."

Götzes aktuelle Verfassung genügte Löw nicht, um ihn für die Länderspiele gegen Spanien am Freitag (ab 20:45 Uhr/ARD) und gegen Rekordweltmeister Brasilien in Berlin am 27. März (20:45 Uhr/ZDF) zu nominieren. Es ist ein Warnschuss für Götze – und vielleicht sogar schon mehr.

Da die Konkurrenz im offensiven Mittelfeld mit Spielern wie Leroy Sané, Lars Stindl und Julian Draxler immer größer wird, steht der WM-Held vor einer komplizierten Aufgabe: Nur bei einer deutlichen Leistungssteigerung darf Götze noch auf das Turnier in Russland hoffen.

Trefferquote des BVB-Stars ausbaufähig

Derzeit deutet wenig darauf hin, dass der Hochbegabte sein altes Niveau erreicht. Nach der Europa-League-Blamage bei RB Salzburg und heftiger Kritik von Dortmunds Trainer Peter Stöger ("Bei Mario Götze waren wir ganz einfach nicht zufrieden mit dem, was er angeboten hat. Da war gar nichts zu sehen.") steigerte sich Götze zwar beim 1:0-Sieg gegen Hannover 96 und bekam von BVB-Sportdirektor Michael Zorc ein "ordentliches Spiel" bescheinigt.

Doch ordentlich darf bei Götzes Fähigkeiten nicht der Anspruch sein. Er schöpft sein Potenzial zu selten aus, seit seinem Wechsel zu Bayern 2013 nur noch sporadisch. Man fragt sich, wo die Begeisterung hin ist, die Leichtigkeit in Götzes Spiel? Die Lust aufs Dribbling, der Drang zum gegnerischen Tor? In dieser Saison war er in 27 Pflichtspielen an acht Treffern (zwei Tore, sechs Vorlagen) direkt beteiligt – die Zahl ist ausbaufähig.

Der WM-Zug ist noch nicht abgefahren

Ganz abgeschrieben ist Götze mit Blick auf die WM natürlich nicht. "Insgesamt ist die Tür zur Nationalmannschaft noch nicht geschlossen, es gibt noch einige Spieler, die weiter unter Beobachtung stehen und eine Chance haben, wenn sie uns in den nächsten Wochen überzeugen", sagte Löw.

Am Ende könnte es auf einen Zweikampf der Dortmund-Stars Götze und Marco Reus hinauslaufen. Reus wurde nach etlichen Verletzungen nicht nominiert, um sich im Training der Dortmunder weiter zu stabilisieren. Götze hingegen war fit. Ob er noch mal ein Comeback bei Löw schafft?

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