Für karibische Zigaretten Zapfendorfer Ex-Bürgemeister überweist Gemeindegeld in die Karibik

Matthias Schneiderbanger (r.) mit seinem Anwalt bei der gestrigen Verhandlung. Foto: Nicolas Armer/dpa

Ein Ex-Bürgermeister hat seine Gemeinde um fast 300 000 Euro erleichtert. Am Donnerstag ist er verurteilt worden.

 

München - Ehrlich, menschlich, bescheiden“ – so hat Matthias Schneiderbanger (CSU) einst für sich auf seiner Homepage geworben. Gestern ist der ehemalige Bürgermeister der oberfränkischen Gemeinde Zapfendorf zu einer Bewährungsstrafe von zwei Jahren verurteilt worden: wegen „Untreue“.

Fast 300 000 Euro waren es, die der 37-Jährige sich einfach mal so aus der Gemeindekasse abgezweigt hat (AZ berichtete).

Was er genau mit dem Geld gemacht hat, war lange Zeit nicht klar. In der 5000-Seelen-Gemeinde kursierten damals die wildesten Gerüchte. Von Aktienspekulationen und Geschäften im Ausland war die Rede. Am Donnerstag gestand das ehemalige Gemeindeoberhaupt vor dem Amtsgericht Hof: Er hat tatsächlich Gemeindegeld in eine Zigarettenfabrik in der Dominikanischen Republik investiert. Etwa 280 000 Euro sollen es gewesen sein, die so von Zapfendorf in die Karibik geflossen sind.

Schneiderbanger zeigte sich reumütig und legte ein umfassendes Geständnis ab. Er sagte aus, dass ihn ein Bekannter zu der Investition überredet hatte: „Ich war in einer Spirale drin, aus der ich nicht mehr rauskam.“

Das Geld ist bislang verschwunden. Schneiderbanger sitzt bereits seit Dezember 2014 in Untersuchungshaft und ist seitdem seines Amtes enthoben. Die Zapfendorfer waren entsetzt, denn Schneiderbanger galt als äußerst bescheiden, wohnte noch bei seinen Eltern und fuhr ein kleines Auto. Am 28. Juni wählen sie einen neuen Rathauschef.

 

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