Für besondere Tapferkeit Dreibeinige Sprengstoffhündin erhält Ehrenmedaille

Der Sergeant Christopher Willingham ist stolz auf seine 12-jährige Hündin Lucca, die in London mit der Tapferkeitsmedaille ausgezeichnet wurde. Foto: facebook

Über 400 Mal war Schäferhündin Lucca für die US-Marines im Irak und in Afghanistan im Einsatz. Dabei entging sie nur knapp dem Tod. Vier Jahre später wurde sie nun mit der verdienten Tapferkeitsmedaille geehrt.

 

Tuscaloosa - Sie ist eine Heldin. Die zwölfjährige Schäferhündin Lucca ist am Dienstag in London mit der Tapferkeitsmedaille "Dickin Medal" ausgezeichnet worden. Sechs Jahre lang war sie für die US-Marines in Afghanistan und im Irak im Einsatz und rettete so hunderten Menschen das Leben.

Mit der Medaille erhält sie das tierische Äquivalent zum Victoria-Kreuz, das als höchste Auszeichnung für britische Soldaten gilt. Verliehen wurde die Auszeichnung von der britischen Wohltätigkeitsorganisation "People's Dispensary for Sick Animals“ (PDSA). In der Vergangenheit zählten vor allem Brieftauben, Polizeipferde und immer wieder Hunde, die überwiegend beim Militär ihren Dienst taten, zu den Preisträgern.

Lucca warnt US-Soldaten vor explosiver Falle

Mit der Sprengstoffhündin Lucca ist das erste Tier, das im Dienst der US-Marines stand, ausgezeichnet worden. Und sie hat es sich redlich verdient. Denn sie erschnüffelte bei ihren Einsätzen nicht nur unzählige Sprengsätze, sondern rettete, dem US-Militär zufolge, Tausenden alliierten Soldaten das Leben – bis zu dem gefährlichen Einsatz in der afghanischen Provinz Helmand am 23. März 2012.

Hier riskierte Lucca ihr Leben. In einem Strohhaufen, mitten auf einem Mohnfeld, war ein ganzes Waffenarsenal versteckt, geschützt durch eine selbst gebaute 14-Kilogramm-Tretmine. Als Lucca schnuppernd das Umfeld überprüfte und dabei auf eine zweite Mine trat, kam es zur Explosion. Die Hündin verlor das linke Vorderbein und erlitt schwere Verbrennungen. Doch damit warnte sie die US-Soldaten vor der explosiven Falle.

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"Ich hatte Glück, mit ihr dienen zu dürfen"

"Es war eine enorme Explosion", zitiert eine PDSA-Mitteilung Corporal Juan Rodriguez. Er war damals der Hundeführer und blieb während der medizinischen Behandlung über bei Lucca. "Sie hat mir so oft das Leben gerettet – ich musste sichergehen, dass ich für sie da sein würde, wenn sie mich gebraucht hätte." Zehn Tage nach der Explosion konnte Lucca wieder gehen, wenn auch nur auf drei Beinen.

Heute lebt sie bei der Familie von Gunnery Sergeant Christopher Willingham in Kalifornien. Willingham, der auch bei der Ehrung in London stolz an Luccas Seite stand, war vor Rodriguez ihr Hundeführer. "Sie ist der einzige Grund, warum ich es zurück zu meiner Familie geschafft habe. Ich hatte Glück, mit ihr dienen zu dürfen", sagte er der PDSA. "Heute bemühe ich mich daher, ihr den wohlverdienten Ruhestand zu versüßen."

 

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