Fünf Nachwuchsspieler in Doha Bayerns junge Früchterl unter Ancelottis Augen

, aktualisiert am 10.01.2017 - 10:04 Uhr
Nachwuchs-Quintett in Doha (v. l.): Fabian Benko, Raphael Obermair, Marco Friedl, Christian Früchtl und Adrian Fein. Foto: dpa

Fünf Nachwuchsspieler dürfen sich im Team von Ancelotti beweisen. Wer sie sind, wie ihre Chancen stehen: Die AZ stellt das Quintett vor.

 

Doha - Was Marco Friedl besonders auszeichnet? David Alaba überlegt lange, dann grinst er. „Na, er is a Österreicher“, sagt der Bayern-Star auf AZ-Nachfrage. Aus dem Grinsen wird ein ausgelassenes Lachen. Friedl, 18 Jahre alt (Nummer 2 auf dem Foto) und zum zweiten Mal in einem Trainingslager des FC Bayern dabei, ist seit langem ein enger Freund von Alaba, ein „kleiner Bruder“, wie Bayerns Linksverteidiger einmal verriet.

2008 kamen beide aus Österreich zu den Bayern, in der Anfangszeit pendelte Friedl nach jedem Training in die Heimat. Oder er bekam Unterschlupf bei Alaba. „Ich kann mich noch genau erinnern, als er das erste Mal ganz schüchtern bei mir in der Wohnung saß“, erzählt Alaba. So ausführlich spricht er sonst eher selten. „Da hab’ ich ihn gefragt, ob er was trinken will: ,Einen Eistee’ hat er dann ganz leise geantwortet. Er war damals ja noch ein lieber Bua.“

Alaba sieht Friedls Potenzial

Und heute? Heute „sieht man sein Potenzial im Training“, sagt Alaba. „Ich hoffe, dass er irgendwann auch mal zum Konkurrenten von mir wird.“ Das kann passieren, schließlich spielt Friedl wie Alaba Linksverteidiger, zeigt im Trainingslager gute Leistungen. Wird ausgerechnet Alabas Kumpel Alabas Nachfolger? Der Österreicher schaffte 2010 als letzter Jugendspieler den Sprung zu den Bayern-Profis.

Genau das soll sich nach der Vorstellung von Präsident Uli Hoeneß in Zukunft ändern. Alle drei Jahre will Hoeneß ein neues Talent im Profikader sehen. Eines wie Alaba. Neben Friedl dürfen aktuell vier weitere Youngster bei Trainer Carlo Ancelotti vorspielen.

Die AZ erklärt, um wen es sich handelt – und wie ihre Chancen stehen

Fabian Benko (1): Der 18-Jährige erhielt vor dieser Saison einen Profivertrag, genau wie Niklas Dorsch, der nach langer Pause (Pfeiffersches Drüsenfieber) allerdings in Doha fehlt. Ein Pflichtspiel für Ancelottis Team haben weder Benko noch Dorsch bisher bestritten.

Schon im Sommer hieß es, die Bayern hätten die beiden vor allem deshalb gebunden, um die DFL-Auflagen zu erfüllen: Zwölf Spieler im Kader müssen deutsche Staatsangehörige sein. Benko jedenfalls, Mittelfeldspieler mit feinem linken Fuß, kann in Doha kaum für sich werben. Er probiert es zu oft kunstvoll. Nach einem Hackenpass gab es jüngst einen Anpfiff von Arjen Robben.

Raphael Obermair (3): „Das ist ein Klub, der immer gewinnen will. Das müssen die jungen Spieler lernen“, sagt Franck Ribéry. Obermair (20) beherzigt diese Worte. Der Deutsch-Philippine, der im Sommer von 1860 Rosenheim zu den Bayern-Amateuren wechselte, überzeugt im Training, sein Passspiel beeindruckt sogar die Stars. Bislang stand Obermair, der im offensiven Mittelfeld spielt, noch nicht im Profikader. Das könnte sich nach den Eindrücken dieser Woche ändern.

Christian Früchtl (4): Manuel Neuer ist angetan vom Nachwuchsmann (16) mit der Schuhgröße 50. „Ich habe einen sehr guten Eindruck von ihm“, sagt Neuer. „Er bringt sich jetzt noch mehr ein, ist ein guter Typ, für sein Alter schon sehr weit.“ In manchen Bereichen sogar weiter als Neuer in diesem Alter. „Ich war damals noch nicht so groß“, sagt der Welttorhüter und lacht. Früchtl, 1,90 m lang, hat inzwischen einen Profivertrag erhalten. Er könnte nach der Saison Tom Starke als dritten Keeper ablösen.

Adrian Fein (5): 1899 Hoffenheim würde den 17-Jährigen gern zur neuen Saison verpflichten, laut „Bild“ gab es schon Gespräche. Aber lassen die Bayern den körperlich starken Mittelfeldspieler (1,87 Meter, 85 Kilo) wirklich ziehen? Fein ist eine der Überraschungen in Doha. Er tritt selbstbewusst auf, ist ballsicher, laufstark, verfügt über einen guten Torabschluss. „Ich sage den jungen Spielern, dass sie Gas geben sollen“, verrät Joshua Kimmich. Fein, der im Alter von sieben Jahren zu den Bayern wechselte, setzt das um. Kommt jetzt der Profivertrag

 

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