Fünf Monate Vollsperrung Parteien laufen Sturm gegen U3-Baupläne

, aktualisiert am 03.06.2016 - 16:08 Uhr
SPD und CSU fordern unisono, zumindest die Bauzeit zu verkürzen und Alternativen zu prüfen. Foto: dpa

SPD und CSU geben sich einigermaßen überrascht von den Plänen der MVG, die U-Bahn Linie U3 ab Oktober zwischen Scheidplatz und Münchner Freiheit komplett dicht zu machen. In ihren Anträgen an OB Reiter fordern die Politiker Alternativen.

 

München - Die von der MVG anberaumte Sperrung der U3 ab Oktober sorgt für mächtig Unbehagen nicht nur bei vielen Bürgern und Fahrgästen. Auch SPD und CSU sind nicht sehr begeistert von den Bauplänen. Die SPD fordert, den Umbau wenigstens in die Sommermonate zu verlegen, da erfahrungsgemäß zwischen Juni und September die U-Bahnen nicht ganz so voll sind.

Viele Fahrgäste könnten dann aufs Radl umsteigen, daher sei die Belastung nicht so extrem wie in der Winterzeit. Denkbare Ersatzwege, zum Beispiel mit der S-Bahn, sind wegen der erhöhten Störanfälligkeit im Winter eh deutlich unattraktiver.

Außerdem wollen die SPD-Rathausabgeordneten, dass die MVG eine moderne Gleisbettkonstruktion einbaut, da im Abschnitt zwischen Petuelring – Bonner Platz – Münchner Freiheit die U-Bahn vernehmbar hohe Fahrgeräusche hat. Dem solle man bei den Bauarbeiten dann gleich noch auf den Grund gehen.

SPD und CSU sind sich einig

Ausnahmsweise bekommt die SPD bei diesem Thema Unterstützung ihrer Kollegen aus der CSU. In einer Anfrage an OB Reiter wollen die Christsozialen wissen, ob es eine Alternative zur Komplettsperrung gibt, oder, wenn dem nicht so ist, ob zumindest die Länge der Bauzeit unter fünf Monate gedrückt werden kann.

Ebenfalls fragen die Stadträte, ob es nicht möglich sei, wenigstens die U3 aus Mosach ab dem Scheidplatz auf die Linie der U2 umzuleiten. So würde man zumindest den Verkehr in Richtung Innenstadt entlasten.

Ob die MVG darauf eingeht – wahrscheinlich fraglich. Sie teilte bereits mit, dass man "alle Alternativen geprüft habe", aber zur Vollsperrung gebe es keine Alternative. So stand zum Beispiel auch zur Diskussion, die U-Bahn einspurig weiterfahren zu lassen. Das Problem ist nur: Die anderthalb Kilometer lange Strecke zwischen Münchner Freiheit und Scheidplatz ist mit ihren 45 Jahren eine der ältesten in München. Gleise erneuern alleine reicht da nicht, weswegen die ganz große Lösung her muss.

 

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