Fünf Milliarden wären nötig Chefin des Lehrerverbands: So marode sind Bayerns Schulen

Autorenprofil Ruth Schormann
"Hört auf Schule kaputt zu sparen". Dieses Schild auf einer Demo in Sachsen könnte laut Simone Fleischmann auch für Bayern gelten. Foto: dpa

Fünf Milliarden Euro wären nötig, um den Sanierungsstau aufzulösen, sagt die Chefin des Lehrerverbands im Freistaat. Sie fordert, dass die Gebäude grundlegend verändert werden sollen.

München - Grauer Beton, miefige Toiletten, zugige Container als Ersatz für fehlende Klassenräume – Simone Fleischmann, Präsidentin des Bayerischen Lehrerinnen- und Lehrerverbands (BLLV) fordert, dass bestehende Schulen wieder auf Vordermann gebracht werden. Beim derzeitigen Sanierungsstau wären dazu um die fünf Milliarden Euro nötig, zeigen Zahlen des KfW-Kommunalpanels 2017.

Fleischmann moniert, dass Gebäude zu oft "nach altem Muster und überholten Funktionsbeschreibungen gebaut oder saniert" werden. Das sagte die BLLV-Chefin gestern anlässlich der Messe für Schulbau, die heute noch in München stattfindet. Sie fordert daher das Kultusministerium auf, in "zeitgemäße Bildungsinfrastruktur" zu investieren.

Die Umgebung ist entscheidend für den Lernerfolg

Aber was meint Fleischmann damit? Erstens möchte die Lehrervertreterin, dass Erzieher, Schulleiter und auch Schüler selbst mehr in (Um-)Baupläne eingebunden werden, denn "pädagogisch durchdachte und leistungsfähige Schulbauten bilden die zentralen Voraussetzungen für erfolgreiches Lernen". Außerdem seien die bayerischen Bildungseinrichtungen nicht "auf der Höhe der Zeit", findet Fleischmann.

Moderne Schulgebäude – was bedeutet das? Nach Ansicht der BLLV-Präsidentin seien die Schulen zu sehr nach Klassen- und Fachräumen getrennt. Dieses Modell sei nicht für ganze Tage in der Schule geeignet, dabei verbringen immer mehr Schüler und Lehrer mehr Zeit dort. Die Schulen würden immer mehr zu "Lern- und Lebensorten", das müsse sich auch in der Gestaltung der Räume zeigen.

Neben Laboren und Klassenzimmern braucht es mehr

Die Grenzen zwischen Aufenthalts- und Unterrichtsraum verschwimmen immer mehr. Die strikte Unterscheidung in "Unterrichtsbetrieb" und "Nachmittagsbetreuung" löse sich dabei mehr und mehr auf. Neben Räumen, die vor allem dem Frontalunterricht dienen, und Bereichen wie Werkstätten, Labors oder Ateliers seien unterschiedlich dimensionierte Arbeitsumgebungen für Teams nötig, fordert der Verband. Ein Umdenken sei nötig. Außerdem müsse auch architektonisch die Inklusion angepackt werden, Stichwort: Barrierefreiheit.

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