"Früher war das normal" FC Bayern: Goretzka hat einen großen Wunsch für die Zeit nach Corona

Leon Goretzka vom FC Bayern Foto: picture alliance/Sven Hoppe/dpa

Leon Goretzka kann der Corona-Krise auch Positives abgewinnen. Für Kritik am Bundesliga-Neustart zeigt der Profi vom FC Bayern Verständnis. Er glaubt nicht an nachhaltige Veränderungen im Profi-Fußball.

 

München - Leon Goretzka geht in der Corona-Krise mit gutem Beispiel voran. Gemeinsam mit seinem Bayern-Kollegen Joshua Kimmich gründete der 25-Jährige die Initiative "We Kick Corona", mit der bereits rund vier Millionen Euro für karitative Einrichtungen gesammelt wurden.

Generell lobt der Fußball-Profi die aktuelle Solidarität innerhalb der Gesellschaft. "Mein großer Wunsch ist, dass wir das für die Zeit danach mitnehmen", sagte der 25-Jährige im Interview mit der "Welt am Sonntag": "Ein, zwei Generationen vor uns war es normal, dem Nachbarn auszuhelfen, ihm etwas zu bringen. Können wir das nicht auch nach Corona weiter beibehalten?"

Goretzka über Fußball nach Corona: "Kann mir nicht vorstellen, dass sich viel ändert"

Dass die Coronakrise nachhaltige finanzielle Auswirkungen auf den Fußball hat, zum Beispiel in Bezug auf hohe Transfersummen und Gehälter, bezweifelt der Nationalspieler. "Kurzfristig wird es so sein, weil schlicht und ergreifend das Geld nicht da ist. Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass sich viel ändert, auch wenn der Wille an mancher Stelle sicher da ist", meinte Goretzka.

Der Mittelfeldspieler ist bekannt dafür, auch kritische Statements öffentlich zu äußern. "Ein falsches Wort, und du wirst auf eine Position festgenagelt, die du so gar nicht wolltest", betonte er allerdings auch. Daher habe er Verständnis für Profis, die ihre Meinung nicht so offen wie er selbst äußern. "Ich bin mir bewusst, dass es bei Äußerungen zu manchen dieser schwierigen Themen auf Feinheiten und Formulierungen ankommt", sagte der 25-Jährige.

Goretzka positioniert sich gegen die AfD

Auf die Frage, ob er sich als einen politischen Menschen sehe, antwortete Goretzka: "Natürlich spielen Themen wie der Kampf gegen Rassismus immer auch in die Politik hinein. Ich möchte aber nicht als ein Sprecher irgendeiner Partei wahrgenommen werden." Wobei es mit der AfD eine Partei gebe, gegen die er sich klar positioniere, betonte Goretzka. "Generell geht es mir um die Menschen und Werte wie Gleichberechtigung."

Er erinnerte in der Diskussion um eine Sonderstellung des Fußballs an die mediale Wirksamkeit. "Daraus ergibt sich eine Verantwortung, der wir bestmöglich gerecht werden wollen. Gerade in dieser speziellen Saison sollte man seinen Horizont mehr denn je erweitern", sagte Goretzka.

Dass Sportlerinnen und Sportler anderer Disziplinen der Wiederaufnahme des Spielbetriebs in der ersten und zweiten Liga in einer Woche kritisch gegenüberstehen, kann Goretzka auch nachvollziehen. "Hier geht es auch um Feingefühl, der verantwortungsvolle Umgang mit der Situation ist wichtig", sagte er.

 

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