Fristen, Kündigungsschutz, Wartezeit uvm. Wichtige Regelungen zur Kündigung in der Probezeit

Wichtige Regelungen zur Kündigung in der Probezeit Foto: kadelo / pixabay

Die Probezeit gibt es nicht ohne Grund. Sowohl seitens des Arbeitgebers als auch des Arbeitnehmers ist dieser spezielle Zeitraum dazu da, um einander kennenzulernen. Beide Seiten können sich weitestgehend unkompliziert voneinander trennen, sofern ein langfristiges Dienstverhältnis nicht länger im Interesse von einer der beiden Parteien liegt. Aus diesem Grund sieht das Arbeitsrecht für die Probezeit andere Regelungen hinsichtlich einer Kündigung vor, als bei einem länger bestehenden Arbeitsverhältnis.

 

Welche Fristen gelten?

Die reguläre Kündigungsfrist innerhalb der sogenannten Probezeit beträgt im Regelfall zwei Wochen. Im Bürgerlichen Gesetzbuch, Paragraf 622 wurde dies festgeschrieben. Ist die Phase der Probezeit bereits vorüber, so besteht eine Kündigungsfrist, welche genau doppelt so lange ist: nämlich vier Wochen. Wenn also eine der beiden Seiten kündigt, so endete das Arbeitsverhältnis nach genau vierzehn Tagen nachdem die Kündigung offiziell ausgesprochen wurde. Spezielle Regelungen, die vom Gesetz abweichen, müssen separat im Arbeitsvertrag festgehalten werden. Hier lohnt es sich, sehr genau hinzusehen, bevor der Vertrag unterschrieben wird. Weitere interessante Informationen zum Thema Arbeitsrecht erhalten Arbeitnehmer auf der Website www.juraforum.de.

Gibt es einen Kündigungsschutz während der Probezeit?

Der Schutz vor einer unberechtigten Kündigung dient dazu, Arbeitnehmer vor einer Kündigung ohne speziellen Anlass zu bewahren. Während der Probezeit besteht allerdings kein gesonderter Schutz, da diese Zeit dem gegenseitigen Kennenlernen dient. Damit steht auch dem Arbeitgeber zu, sich rechtzeitig von einem potenziellen Mitarbeiter zu trennen, sofern dieser auf den zweiten Blick als nicht geeignet erscheint. Vollkommen ungeschützt sind Arbeitnehmer aber trotzdem nicht: In der Probezeit gelten allgemeinere Regeln. Hierzu gehört unter anderem, dass die Entlassung auch in der Zeit des Kennenlernens nicht wahllos erfolgen darf. Darüber hinaus darf ein Arbeitnehmer seinen Mitarbeiter auch in der Probezeit nicht entlassen, nur weil ihm eine persönliche Eigenschaft missfällt. Hierzu gehören vor allem die Sexualität, die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Religion oder andere in den privaten Bereich fallende Merkmale. Haben diese Dinge nichts mit der Arbeit selbst zu tun, so können sie auch nicht als Grund für eine Kündigung während der Probezeit angeführt werden.

Wartezeit oder Probezeit - das ist der Unterschied

Während die Probezeit explizit im Vertrag genannt werden muss, handelt es sich bei der sogenannten Wartezeit viel mehr um die Zeit, welche pauschal die ersten sechs Monate eines Arbeitsverhältnisses umfasst. Die Wartezeit gibt es auch dann, wenn sie nicht schriftlich erwähnt wird. Sie dauert immer sechs Monate und ist vom Gesetzgeber vorgeschrieben. Hier gelten alle Regelungen, welche weiter oben in Zusammenhang mit der Probezeit genannt wurden - sowohl die Kündigungsfrist von zwei Wochen als auch der eingeschränkte Kündigungsschutz. Das bedeutet, dass der Arbeitgeber eine Wartezeit nicht ausschließen kann, indem er die Probezeit schlichtweg nicht im Vertrag erwähnt. Es ist hingegen nicht zulässig, ein neues Arbeitsverhältnis direkt als Festanstellung zu beginnen, bei welcher der reguläre Kündigungsschutz gilt.

Ausnahmefall: Personen mit besonderem Schutzbedürfnis

Laut dem Arbeitsrecht gibt es spezielle Personengruppen, welche als besonders schützenswert gelten. Diesen Menschen stehen sogenannte Sonderrechte zu, welche unter anderem die Kündigung von Seiten des Arbeitgebers während er Probezeit betreffen. Vor allem schwangere Frauen sowie schwerbehinderte Personen sind hier von separaten Regelungen betroffen. Wenn eine Schwangerschaft innerhalb der ersten sechs Monate eines neuen Arbeitsverhältnisses auftritt, so gilt der reguläre Kündigungsschutz. Die Kündigung einer Schwangeren ist während der Probe- oder Wartezeit daher unzulässig. Bei schwerbehinderten Arbeitnehmern in der Probezeit verhält sich die Sache ein wenig anders: Der besondere Schutz vor einer ungerechtfertigten Kündigung greift bei ihnen erst nach den sechs Monaten.