Friedhof als Touristenattraktion München errichtet Künstlergräber im Waldfriedhof

Münchens Künstler werden künftig im Waldfriedhof begraben. Foto: ho

Die Stadt will zwei ihrer historisch bedeutenden Friedhöfe für Touristen attraktiver machen. Während die Pläne für den Waldfriedhof bereits abgesegnet sind, wurde die Entscheidung um den Alten Südfriedhof bis Juli vertagt.

München - Der Gesundheitsausschuss des Stadtrats hat am Donnerstag einstimmig beschlossen, dass die städtischen Friedhöfe attraktiver werden sollen. Im Fokus stehen dabei vor allem der Waldfriedhof und der Alte Südfriedhof. Denn beide stellen aufgrund ihrer Gestaltung und ihrer prominenten Gräber einen bedeutenden Teil der europäischen Friedhofskultur dar und sind daher für Touristen besonders interessant.

Auf dem Waldfriedhof soll demnach ein eigenes Gräberfeld für Künstler enstehen. Denn auf dem Prominentenfriedhof in Bogenhausen, auf dem Berühmtheiten wie Erich Kästner, Annette Kolb und Helmut Dietl beerdigt wurden, herrscht Platzmangel. Namhafte Künstler werden also in Zukunft auf dem alten Teil des Waldfriedhofs, im historischen Gräberfeld 41, begraben. Die Vergabe der einzelnen Gräber soll dabei nach Absprache von OB Dieter Reiter und dem Ältestenrat erfolgen.

110.000 Euro für Künstlerfriedhof

Es ist nicht das erste Mal, dass Münchens Künstler im Waldfriedhof bestattet werden. Schon um 1910 hatte die Stadt Grabnutzungsrechte an den Künstler-Unterstützungsverein abgetreten. Für die Restaurierung und die neue Gestaltung des Gräberfelds plant die Stadt rund 110.000 Euro ein.

Auf dem alten Südfriedhof soll hingegen ein Informationszentrum sowie ein Bestattungsmuseum entstehen. Laut dem Gesundheitsreferat könnten dort in einem Neubau sowohl einzelne Ausstellungsstücke, als auch die Friedhofsgeschichte gezeigt werden. Zudem könnte man den Friedhof selbst für einen Rundgang einbeziehen. Die Pläne dazu wurden jedoch bis Juli vertagt.

 

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