Freude – und Leid Das Ende der Bayern-Krise: Die Gewinner und Verlierer

Thomas Müller (l.) kann mittlerweile wieder lachen – im Gegensatz zu Teamkollege Mats Hummels Foto: imago/MichaelWeber

Spätestens seit dem Sieg gegen den Club scheint die Schwächephase des FC Bayern überstanden. Die AZ erklärt, wer im Münchner Kader zu den Krisengewinnern gehört – und wer zu den Verlierern.

 

War’s das mit der Krise? (R)aus und vorbei? Vergessen und verziehen? Hätten sie natürlich gerne, die Bayern. Das 3:0 im bayerischen Derby gegen den ziemlich harmlosen 1. FC Nürnberg brachte zumindest zwei Stimmungsaufheller: Erstmals seit dem 15. September (3:1 gegen Leverkusen) konnte man wieder ein Heimspiel in der Bundesliga gewinnen und das auch noch zu null. Was hierzulande letztmals am 22. September, beim 2:0 auf Schalke, gelungen war.

Der dritte Erfolg hintereinander nach dem 3:3-Schock vor 14 Tagen gegen Düsseldorf hat im Wesentlichen drei Gründe: Trainer Niko Kovac hat die Rotation außer Kraft gesetzt ("Der Rhythmus ist da, die Jungs sind im Flow. Deswegen wollten wir da auch nichts durchbrechen"), mit Joshua Kimmich und Leon Goretzka eine Doppel-Sechs als Absicherung installiert.

Drittens rückte er Thomas Müller von der Achter-Position nach vorne in die Zentrale hinter der Spitze Robert Lewandowski. "Dadurch haben wir im Strafraum mehr Optionen", freut sich Lewandowski, der gegen den Club seinen 42. Bundesliga-Doppelpack schaffte. "Die Mannschaft hat sich gefunden, es sieht gut aus, da steckt viel FC Bayern drin", sagte Sportdirektor Hasan Salihamidzic. Wer zählt neben Trainer Kovac zu den Krisengewinnern, wer sind die Krisenverlierer?

AZ-Überblick: Wer sind die Gewinner?

Gewinner Müller: Im Oktober saß er zwei Mal hintereinander – wie in der Nationalelf – auf der Bank. Sein Stern begann zu sinken, dachte man. Durch die Kovac-Rochaden ist er zurück in seiner Rolle als offensiver Freigeist, liefert Torvorlagen.

Gewinner Lewandowski: Mit neun Treffern hat er zu Paco Alcácer (BVB) und Luka Jovic (Frankfurt/je zehn) an der Spitze der Torjägerliste aufgeschlossen. Der Pole kommt vermehrt zu Chancen, sagt: "Wir haben wieder unseren Rhythmus, die Automatismen kommen, du kannst wieder Dinge mit geschlossenen Augen machen."

Gewinner Kimmich/Goretzka: Die Doppel-Sechs brachte mehr Kompaktheit und Stabilität. "Wir ergänzen uns da ganz gut auf der Position", findet Kimmich, "Leon und ich haben auch schon in der Jugend, in der U21 zusammengespielt. Es macht immer wieder Spaß mit ihm zu spielen."

Gewinner Gnabry: In Bremen traf der Nationalspieler doppelt, zuletzt vertrat er den immer wieder angeschlagenen Arjen Robben hervorragend, glänzte mit Tempo und Zug zum Tor. Ein Außenstürmer für die Zukunft – und die Gegenwart.

Gewinner Rafinha: Weil Kimmich in die Mitte befördert wurde, hat der Brasilianer einen Stammplatz als Rechtsverteidiger. Plötzlich ist eine Vertragsverlängerung über den Sommer 2019 hinaus nicht mehr undenkbar.

Krisen-Verlierer beim FC Bayern München

Verlierer Hummels: Der Innenverteidiger, bei Bundestrainer Joachim Löw (noch) gesetzt, hatte wegen eines Infekts zwei Spiele verpasst. Sein letzter Startelf-Einsatz? Beim 2:3 in Dortmund, als er ebenfalls kränkelnd in die Partie ging. Ein Eigentor. Nun sind Boateng/Süle im Abwehrzentrum gesetzt. Schoss am Samstag in der Halbzeitpause unmotiviert Elfmeter – aufs leere Tor.

Verlierer Martínez: Auch der Spanier hat seinen Stammplatz – als alleiniger Sechser – verloren, kam bei den letzten drei Siegen nur eine (!) Minute als Zeitschinde-Joker zum Einsatz. Scheint über dem Zenit seiner Schaffenskraft.

Verlierer Sanches: Nur noch trauriger Bankdrücker. Verließ am Samstag wie Hummels schnell und wortlos die Arena. Wenn der Achter diese Saison in der Liga von Beginn an spielte, konnte Bayern nie gewinnen.

Verlierer Robben: Spielt seine zehnte und letzte Saison in München. Der 34-Jährige kämpft um einen würdigen Abschied, meist jedoch in erster Linie gegen seinen Körper, zuletzt stoppten ihn Oberschenkelprobleme.

 

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