Freiwillige Polizeihelfer Sicherheitswacht wird aufgestockt

Freiwillige in Uniform: Die Sicherheitswacht geht auf Streife und alarmiert im Ernstfall die Polizei. Foto: dpa

Bayern setzt in Sachen Sicherheit auch weiterhin auf wachsame Bürger. Die Sicherheitswacht soll von derzeit 800 Freiwilligen auf 1000 aufgestockt werden. Auch in München werden mehr freiwillige Polizeihelfer unterwegs sein.

 

München - Bayern setzt in Sachen Sicherheit auch weiterhin auf wachsame Bürger. Der Freistaat wolle seine Sicherheitswacht von derzeit 800 Freiwilligen auf 1000 ausbauen, sagte ein Sprecher des Innenministeriums. Allein in München sollen in Kürze zehn zusätzliche Mitarbeiter ihren Dienst aufnehmen, wie das Polizeipräsidium München mitteilte. Sie gehen nach einer mehrwöchigen Ausbildung mit Funkgerät und einer Armbinde mit der Aufschrift "Sicherheitswacht" unter anderem in Parks wie im Englischen Garten Streife, bekommen acht Euro Aufwandsentschädigung pro Stunde und alarmieren bei verdächtigen Vorkommnissen die Polizei.

In München gab es bisher 30 Helfer bei sechs Inspektionen. Von 50 Bewerbern seien 20 geeignet gewesen, sagte ein Polizeisprecher. Die anderen fielen aus körperlichen, formalen, aber auch charakterlichen Gründen durch. Im Stadtteil Neuhausen lehnte der Bezirksausschuss den Einsatz einer Sicherheitswacht ab. Es gebe das Blockwart-Vorurteil, räumte der Polizeisprecher ein. Aber: "Sie sollen nicht Leute überwachen, sondern das Sicherheitsgefühl stärken, indem sie präventiv tätig sind." In München gibt es rund 6000 Polizeibeamte.

Das Innenministerium stellte klar, die Sicherheitswacht habe keine polizeilichen Aufgaben und Kompetenzen. "Wir brauchen keine Hobbypolizisten", sagte Ministeriumssprecher Michael Siefener. "Die Polizei hat hoheitliche Aufgaben und teils auch gefährliche Einsätze, für die man eine profunde Ausbildung braucht. Es ist nicht denkbar, dass man da Freiwillige einsetzt."

Die bayerische Polizei habe rund 40 500 Beamte - so viele wie nie zuvor. Gerade hat das Kabinett 200 zusätzliche Beamte gebilligt, die hauptsächlich in der Schleierfahndung eingesetzt werden sollen.

Die Mitglieder der Sicherheitswacht haben keine Waffen - und keine weitergehenden Befugnisse als jeder andere Bürger. Sie sollen etwa einschreiten, wenn Jugendliche mit Glasflaschen auf Kinderspielplätzen herumlungern oder Verdächtige in Vorgärten herumschleichen. In Bayern sind diese Helfer seit gut 20 Jahren eine feste Institution. "Die Kolleginnen und Kollegen der Sicherheitswacht sind dabei weder Hilfspolizei noch Bürgerwehr", erläuterte Innenminister Joachim Herrmann (CSU) im vergangenen Jahr zum Jubiläum. Vielmehr sollten sie die Polizei informieren, die dann einschreite.

 

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