Freihamer Allee S-Bahnunterführung für Radfahrer eröffnet

Der Weg zur Bodenseestraße ist jetzt einfacher – die Radlerin freut's. Foto: Linda Jessen

Das Baureferat hat heute die neue Unterführung unter den S-Bahngleisen an der Freihamer Allee offiziell vorgestellt. Seit letzter Woche können die Radler bereits die Nord-Süd-Verbindung nutzen.

 

Freiham - Unter dem grauen, wolkenverhangenen Himmel am Mittwochvormittag ist die Freihamer Allee weitgehend frei von Radfahrern und Spaziergängern. Wenn die Sonne scheint schaut das aber anders aus – dann kommen hier die Freizeitradler auf dem Weg zum Gut Freiham oder in den westlichen Landkreis hinaus vorbei. Dieser Verkehr läuft seit Anfang letzter Woche durch die neue Unterführung.

Bisher war die Nord-Süd-Verbindung nur direkt über die S-Bahn-Gleise möglich. Ein Stück weiter westlich querten die Radler an der Halbschranke – unsicher und teilweise verbunden mit elend langen Wartezeiten, wenn sich S-Bahnen trafen und möglicherweise noch ein Güterzug durchruckelte. Jetzt kann der Verkehr zwischen Bodenseestraße und Gut Freiham ungestört fließen.

Die Planung lief indes nicht ganz reibungslos ab: Im BA gab es zwischenzeitlich Streitigkeiten, das Projekt geriet in die Kritik, weil entlang der Gleise einige alte Bäume fallen mussten. Die werden jetzt durch neue Kastanien ersetzt, verspricht das Baureferat.

Die Unterführung schlug mit rund 3,2 Millionen Euro zu Buche. Jeweils ein Drittel übernahmen dabei der Bund, die Deutsche Bahn und die Landeshauptstadt.

Die neue Verbindung haben die Fußgänger und Radler für sich allein – der Kfz-Verkehr fährt künftig über die Hans-Steinkohl-Straße, ein Stück weiter östlich. Eine Lösung, die Bürgermeister Josef Schmid (CSU) gut gefällt. In der anhaltenden Diskussion um die Radverkehrsführung in der ganzen Stadt, spricht er sich für klarer getrennte Flächen für Radler und Autofahrer aus: „Statt überall, wo es eh schon eng ist, noch Radstreifen reinzuquetschen, finde ich es sinnvoller, nach Parallelstraßen zu schauen – und in neu entstehenden Gebieten die Verkehrsplanung gleich so zu gestalten, dass es weniger Konkurrenz gibt.“

Die Unterführung ist Teil der neu entstehenden Infrastruktur im Münchner Westen – rund 20 000 neue Anwohner werden hier in den nächsten Jahren in Freiham immerhin erwartet. Damit entsteht ein neues Stadtviertel.

Die schnöden Betonwände werden noch mit Graffiti aufgepeppt. Die Kunstwerke ziehen weniger Vandalen an als Schau- oder Infokästen, hofft man im Baureferat. Für die Zauneidechse, die in Neuaubing und Freiham seit einiger Zeit ihre Lebensräume findet, sind die Steinmauern an beiden Seiten nicht geeignet. Das ist bewusst so gehalten – schließlich sollen die Tierchen nicht von den Radlern überfahren werden.

 

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