Freiburg 0:2 - HSV verspielt letzte Europa-League-Chance

Der Hamburger SV hat auch die letzte theoretische Chance auf die Teilnahme an der Fußball-Europa-League verspielt. Im ersten Spiel nach der Vertragsunterschrift von Cheftrainer Michael Oenning unterlagen die Norddeutschen am Samstag dem SC Freiburg 0:2 (0:1).

 

Hamburg - Die Hanseaten kassierten damit die erste Bundesliga-Heimniederlage gegen die Breisgauer seit 1995. Vor 52 985 Zuschauern erzielte Papiss Demba Cissé (16./87. Minute) beide Gäste-Tore. Die HSV-Kicker, die in den letzten neun Spielen nur einmal gewannen, enttäuschten bei allem Bemühen einmal mehr und wurden beim von Oenning ausgerufenen Schaulaufen in der Schlussphase gar vom eigenen Anhang ausgepfiffen.

"Ich bin sehr enttäuscht über die Leistung und überrascht, dass wir es in einem Spiel ohne Druck nicht geschafft haben, eine bessere Leistung abzurufen", meinte Oenning nach der Partie. Er konnte den Frust der Fans ebenso nachvollziehen wie Kapitän Heiko Westermann, der selbstkritisch anmerkte: "Wir waren von der ersten Minute an verunsichert und haben Freiburg damit stark gemacht. Dass unsere Fans gepfiffen haben, kann ich irgendwie verstehen." Total zufrieden war hingegen Freiburgs Coach Robin Dutt: "Meine Mannschaft hat eine taktisch disziplinierte Leistung und Charakterstärke gezeigt."

Dutts Kollege Oenning setzte seine Ankündigung in die Tat um und bot gegen die Freiburger weitgehend jene Akteure auf, auf die er auch in Zukunft bauen will. Durch den verletzungsbedingten Ausfall von Gojko Kacar musste der Ex-Nürnberger jedoch seine Innenverteidigung kurzfristig noch umstellen und nominierte in Collin Benjamin einen verdienten Profi, der den Verein zum Saisonende verlassen wird.

In der Anfangsphase merkte man den HSV-Akteuren deutlich den Willen an, Werbung in eigener Sache beim neuen Coach betreiben zu wollen. Das Team agierte spielfreudig, ließ allerdings durch Heung Min Son (7.) und Paolo Guerrero (10.) erste Chancen zur Führung aus. Dafür fuhren die Gäste nach 16 Minuten über Cedric Makiadi einen Top- Konter, den Cissé eiskalt mit seinem 21. Saisontor abschloss.

Der HSV blieb zwar auch in der Folge bemüht, wirkte aber durch den Gegentreffer ein wenig verunsichert. Nachdem Zé Roberto (33.) und Son (34.) im aufmerksamen Gäste-Keeper Oliver Baumann ihren Meister gefunden hatten, bot sich den stets auf schnelle Gegenstöße lauernden Freiburgern durch Makiadi die Möglichkeit zu erhöhen, doch HSV-Schlussmann Frank Rost riss die Fäuste hoch und parierte.

Nach der Pause stand Cissé, der Bayern Münchens Goalgetter Mario Gomez im Kampf um die Torjägerkanone jagt, plötzlich frei, brachte den Ball diesmal aber zunächst nicht im Gehäuse unter (49.). Oenning reagierte und brachte in Jonathan Pitroipa eine frische Offensivkraft (56.) für den schwachen Änis Ben-Hatira, dem Ärger droht, da er statt zur Bank direkt in die Kabine marschierte. Der HSV kämpfte und hatte durch Guerrero (60.) eine Riesenchance, doch der äußerst unglücklich agierende Peruaner traf das leere Tor nicht.

Elf Minuten später klatschte ein Schuss von Jungstar Son aus 25 Metern nur an den Pfosten. Zu allem Überfluss kassierte der HSV, bei dem Zé Roberto seine fünfte Gelbe Karte sah und damit am nächsten Samstag in Leverkusen fehlen wird, kurz vor Schluss noch den zweiten Gegentreffer. Cissé bleibt mit nunmehr 22 Saisontreffern seinem Rivalen Gomez auf den Fersen.

 

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