Freibad-Saison München Rettungsschwimmer dringend gesucht!

Schwimm-Meisterin Sabine Dreitner in ihrem Reich, dem Freibad Georgenschwaige. Ab Mai beginnt am Petuelring die neue Badesaison – Rettungsschwimmer werden noch gesucht! Foto: Daniel von Loeper/az

Retter, Schlichter, Reiniger – der Job der Rettungsschwimmer ist sehr anspruchsvoll. „Spaß macht’s trotzdem“, sagt Sabine Dreitner, Schwimmmeisterin im Bad Georgenschwaige. Die Stadtwerke suchen auch heuer wieder Rettungsschwimmer.

 

München - Den ganzen Sommer am Pool sitzen, aufs Wasser schauen und abends braungebrannt nach Hause gehen. Ganz so easy ist der Job des Rettungsschwimmers nicht. „Spaß macht’s trotzdem“, sagt Sabine Dreitner.

Sie ist Schwimmmeisterin und leitet den Betrieb im Bad Georgenschwaige. Im Moment ist das Bad noch geschlossen, doch die Vorbereitungen für die Freibad-Saison laufen auf Hochtouren. Und dazu gehört auch die Suche nach Saison-Kräften. Die Stadtwerke als Betreiber der Freibäder suchen auch heuer wieder Rettungsschwimmer und Kassenkräfte für die Sommermonate.

Doch was muss so ein Rettungsschwimmer den ganzen Tag machen? Kerngeschäft ist ganz klar die Beckenaufsicht. „Das ist eine verantwortungsvolle Aufgabe, die volle Konzentration verlangt“, erklärt Dreitner. Der Rettungsschwimmer muss das Treiben im und unmittelbar am Becken immer im Blick haben. Damit ihm nichts entgeht, geht er deshalb um das Becken herum. „Wir haben im Bad Georgenschwaige zum Beispiel im Sportschwimmbecken zusätzlich den tiefen Bereich mit dem Sprungbrett. Das kann man nicht von überall her einsehen, deshalb ist es enorm wichtig, dass die Beckenaufsicht nicht nur an einer Stelle steht oder sitzt.“ Lesen oder auf dem Handy tippen ist tabu. Die volle Aufmerksamkeit muss dem Becken gelten. Das ist an trüben oder regnerischen Tagen gar nicht so einfach.

An schönen, heißen Tagen herrscht natürlich großer Trubel im und am Becken. Da darf nichts übersehen werden. „Es kommt zum Glück eher selten vor, dass jemand während des Schwimmens einen Schwächeanfall erleidet und untergeht“, erinnert sich Dreitner. Was dagegen fast schon auf der Tagesordnung steht: Kinder, die ins Wasser springen und ihre Schwimmkünste überschätzen. Oder einfach ins Becken fallen. Sie müssen aus dem Wasser gezogen und beruhigt werden. Der Erste-Hilfe-Schein ist deshalb Grundvoraussetzung. Wer keinen hat, kann ihn bei den Stadtwerken ablegen. Genauso den Rettungsschein in Silber.

„Reanimierung und Wasserrettung sind die Grundvoraussetzung“, erläutert Deitner. Da muss jeder Handgriff sitzen, deshalb wird die Wasserrettung auch einmal im Monat geübt. Richtig tragische Sachen kommen glücklicherweise nicht täglich vor. Kleine Wunden versorgen dagegen schon.

Doch die Aufgaben des Rettungschwimmers sind vielfältiger. „Er darf nicht konfliktscheu sein und muss sich durchsetzen können“, zählt Deitner auf. Denn die Beckenaufsicht muss für Ruhe, Ordnung und Sicherheit sorgen. Wenn Kinder vom Beckenrand springen, Jugendliche im Sportbecken mit dem Ball spielen oder Chaos am Sprungbrett herrscht, ist der Rettungsschwimmer gefordert. „Es gibt bestimmte Regeln, die eingehalten werden müssen. Und dafür sorgt der Rettungsschwimmer.“

Auch abseits des Wassers hört der Job nicht auf. Eine Stunde vor Öffnung des Bades wird das Becken mit einer Art Unterwasserstaubsauger gereinigt, am Beckenrand gekehrt und geschaut, ob auf der Liegewiese Müll und Glasscherben liegen. „Es kommt immer mal wieder vor, dass Leute nachts ins Freibad einsteigen und hier feiern“, räumt Deitner ein.

Nachdem am Abend die Badegäste nach Hause gegangen sind, drehen die Rettungs-schwimmer noch ihre Runde über die Wiese, sammeln Abfälle ein und leeren die Mülltonnen.

Wenn nicht so viele Besucher im Freibad sind, gibt’s für die Saisonkräfte neben der Beckenaufsicht noch andere Tätigkeiten: Hecken schneiden, im Kinderbereich den Sand zurück in den Sandkasten kehren, heruntergefallene Äste einsammeln oder Rasenmähen. „Bei uns ist immer etwas zu tun, das ist das Schöne“, schwärmt Sabine Deitner.

Und auch den Saisonkräften scheint der Job Spaß zu machen. „Ich habe hier zwei Mitarbeiter, die seit 15 und 25 Jahren jeden Sommer arbeiten“, erzählt sie. Insgesamt gibt’s im Bad Georgenschwaige sechs Sommerkräfte.

Und warum macht Sabine Deitner die Arbeit Spaß? „Es ist einfach schön, mit den Badegästen zu reden, zu sehen, wie sie sich aufs Schwimmen und Sonnen freuen und wenn ich am Abend heimgehe, denke ich mir: Was für ein schöner Tag.“ Wer kann sowas nach seinem Arbeitstag schon sagen?

 

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