Frauenpower und Söder-Bashing Oide Wiesn: Wuchtige Schaumschlägerei

Verdeckt von literweise Bier, das sich über die Kamera ergießt, ist Ilse Aigner, die mit einem Schlegel auf ein Fass eindrischt. Foto: Bernd Wackerbauer

Auf der Oidn Wiesn haben zwei Ilse Aigners und Luise Kinseher angezapft. In der neuen Schönheitskönigin singt das ganze Zelt das Söder-Rektal-Couplet.

München - Mit einer solchen Kraft haut Ilse Aigner den Schlegel gegen das Zapfzeug, dass das AZ -Reporterteam sauber biergeduscht in der ersten Reihe des neuen Zeltes "Zur Schönheitskönigin" sitzt. Frauenpower könnte man die Gewaltorgie am Hofbräu-Fassl nennen.

Wie viele Schläge waren's nun? "Vier werden's scho gwesn sein", sagt Ilse Aigner. "Vielleicht auch fünf. Ich hab's auf anderen Volksfesten schon mit zweien geschafft."

Auf dem Oktoberfest hat die stellvertretende Ministerpräsidentin das erste Mal angezapft. "Auf eine söderfreie Zone", prostete Jürgen Kirner von der Couplet-AG, der das Programm des Volkssängerzelts verantwortet. "Söder rektal"-Kaubonbons hatte die Couplet-AG vorab verteilt und ein Rektal-Kriecher-Lied zum Besten gegeben.

Weil Ilse Aigner ein Söder-Rektal-Couplet nicht gut zu Gesicht stehen würde , sang sie beim Anstich mit ihrer doppelten Ilse vom Nockherberg - Angela Ascher - und der Kapelle Kaiserschmarrn den Schönheitskönigin-Wiesnhit "Oh wie herrlich ist das Leben, oh, wie schön ist doch die Welt, mia verkaffa d'Schwiegermutta und versaufa ihra Geld."

Wer mitsingen wollte, und das taten einige, konnte den Text wie in der Kirche auch im Liederbuch nachschlagen. Man ahnt's schon jetzt, die Welt in der Schönheitskönigin der Wirte Gerdi und Peter Reichert ist wirklich eine ganz eigene.

Auch im Herzkasperlzelt, der Heimat der neuen Volksmusik, zapfte eine starke Frau mit fünf Schlägen an . Luise Kinseher hatte es gar so eilig, dass sie fünf Minuten früher loslegen wollte. "Dann san mir die Ersten." Danach erklärte sie, die Frauen seien sowieso auf dem Vormarsch. Sie beginnen auf der Oidn, um mit ihrer Kraft in der Gegenwart anzukommen. Ob man in die Gegenwart der Wirtsbudenstraße unbedingt möchte, wenn's auf der Oidn gar so schön ist, ist die Frage.

Da ging's am Wochenende so beschaulich zu, dass zu jeder Zeit ein Platzerl frei war. Und das Kinderkarussell drehte sich für einen Euro in der beleuchteten Wiesn-Dunkelheit auch für Erwachsene weiter. Oh wie schön ist doch das Leben, oh wie schön ist doch die Oide!

 

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