Frau in Furth vor Gericht Baby behindert geprügelt: 22-Jährige gesteht

Die wegen schwerer Koerperverletzung und schwerer Misshandlung eines Babys angeklagte Bianca S. sitzt am Dienstag im Landgericht in Nuernberg - Fuerth neben ihrem Verteidiger Foto: dapd

Unfassbare: Eine Frau hat das Baby ihres Lebensgefähten mehrmals mit voller Wucht auf den Boden geworfen und danach mit den Füßen in die Rippen getreten. Die Frau hat gestanden.

 

Nürnberg - Mit einem umfassenden Geständnis der angeklagten Mutter hat am Dienstag vor dem Landgericht Nürnberg-Fürth der Prozess wegen schwerer Körperverletzung und schwerer Misshandlung eines drei Monate alten Babys begonnen. Die 22-jährige Hausfrau ließ über ihren Anwalt erklären, dass sie sich selbst die Tat selbst nicht erklären könne und sie am liebsten rückgängig machen würde.

Unter Tränen ergänzte die Frau: „Ich will nur sagen, dass es mir richtig leidtut und dass ich es bereue“. Laut Anklageschrift warf die 22-Jährige ihren Sohn am 27. Dezember 2011 nach einem Streit mit ihrem Lebensgefährten und Vater des Kindes in der gemeinsamen Wohnung in Nürnberg zwei Mal mit voller Kraft auf den Boden und trat dann noch mindestens einmal gegen den Brustkorb des Kindes.

Der Junge erlitt mehrere Schädelbrüche und ein schweres Schädel-Hirn-Trauma. Er ist seither ein Pflegefall, leidet an epileptischen Anfällen und kann kaum sehen. Vor der Tat soll es zwischen der 22-Jährigen und ihrem Lebensgefährten zu einer Auseinandersetzung wegen der Ex-Freundin des 23-jährigen Arbeitslosen gekommen sein.

Der als Zeuge geladene ehemalige Möbelpacker sagte vor Gericht, beide hätten immer wieder gestritten, weil seine Lebensgefährtin grundlos eifersüchtig gewesen sei. Am Tattag, sei es ihm „zu viel“ geworden. Er habe die gemeinsame Wohnung verlassen und seiner Freundin angedeutet, nicht mehr zurück zu kommen.

Nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft fasste die junge Frau dies als Ende dieser Beziehung auf. Aus Wut darüber zerstörte sie zunächst die Spielekonsole und den Flachbildfernseher des 23-Jährigen, bevor sie das gemeinsame Kind auf den Boden warf.

Als ihr Lebensgefährte am Abend wieder nach Hause kam, soll sie ihm den Vorfall verschwiegen haben. Eine Beule am Hinterkopf des Kindes soll sie damit erklärt haben, dass ihr das Baby vom Wickeltisch gefallen sei.

Der 23-Jährige gab an, dies geglaubt und einen sofortigen Arztbesuch für unnötig erachtet zu haben. Als der Säugling am nächsten Morgen über 40 Grad Fieber gehabt und kaum mehr Lebenszeichen von sich gegeben habe, habe er den Notarzt gerufen.

Das Kind wurde durch eine Notoperation gerettet. Einen Tag später wurde die 22-Jährige verhaftet. Der Prozess wird mit Zeugenaussagen am 13. November fortgesetzt. Dann soll auch bereits das Urteil fallen.

 

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