Fragen im Bezirksausschuss Klinikskandal auch in Bogenhausen?

Das 1983 eröffnete Klinikum Bogenhausen verfügt über 951 Betten und beherbergt 16 Kliniken sowie ein Institut. Foto: dpa

Überfordertes Personal, veraltete Geräte und rabiater Umgang mit den Patienten: So lauten die Vorwürfe einer undercover RTL-Recherche gegenüber dem Klinikum Harlaching. Jetzt fragt der Bezirksausschuss Bogenhausen: Kann sowas auch im Bogenhausener Krankenhaus passieren?

 

Bogenhausen - Die RTL-Doku des Team Wallraff über angebliche Missstände im Klinikum Harlaching wirft im Bogenhauser Bezirksausschuss Fragen auf. Das Gremium will wissen, ob ähnliche Bilder auch im Krankenhaus Bogenhausen zustande kommen könnten.

„Es geht um die Sicherheit der Patienten, das ist sehr dringlich“, begründete Tassilo Strobl (CSU) am Dienstag einen Dringlichkeitsantrag zum Bogenhauser Krankenhaus, das wie Harlaching zur Städtischen Klinikum GmbH gehört.

In der am Montag von RTL ausgestrahlten Dokumentation „Team Wallraff: Profit statt Gesundheit – wenn Krankenhäuser für Patienten gefährlich werden“ wurden massive Mängel in der Patientenversorgung am Klinikum Harlaching dargestellt. Wie weit treffen die gezeigten Zustände im Pflegebereich auch auf das Klinikum Bogenhausen zu?

Dies solle die Stadt darlegen und auch, ob sich die Situation durch das aktuelle Sanierungskonzept verbessere oder eventuell sogar verschlechtere. „Ich habe was dagegen, das Krankenhaus unter Generalverdacht zu stellen“, erklärte BA-Chefin Angelika Pilz-Strasser (Grüne) und meinte, die Recherche des Team Wallraff sei sicher ordentlich, das gelte nicht für alle RTL-Sendungen.

"Können nicht warten, bis es am Ende zugeht wie im Feldlazarett unter Beschuss!“

Bernd Hirsch (FDP) schlug vor, der Anfrage doch gleich noch hinzuzufügen, dass die asbesthaltigen Fassaden schädlich für die Patienten seien. Das fand Xaver Finkenzeller (CSU) überflüssig, denn „das Haus wird komplett saniert, der Asbest kommt raus“.

Die zehn Baustellen des Städtischen Klinikums

Robert Brannekämper (CSU) betonte, die Anfrage sei keine Kritik am Klinikpersonal. „Es geht vielmehr um die Einteilung. Den Ärzten und Pflegern wird zu viel aufgebürdet. Wir setzen jetzt ein Signal nach draußen: Man darf das Klinikum München nicht tot sparen! Wir können nicht warten, bis es am Ende zugeht wie in einem Feldlazarett unter Beschuss!“

Ohne Gegenstimme wurde die Anfrage letztlich beschlossen.

 

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