Das neu eröffnete Hotel Krone an der Theresienwiese will vor allem fotogen sein.

Ludwigsvorstadt - Kennen Sie Menschen, die immer wieder englische Begriffe in ihre Sätze einstreuen, weil sie sich "grad einfach nicht an das deutsche Wort dafür" erinnern? Die immer wieder erzählen, wie cool dieser Kurzbesuch damals im Big Apple war – "wenn nur nicht diese ganzen Touris gewesen wären"? Menschen, die "wirklich, wirklich keinen Filterkaffee mehr ertragen, weil ein anständiger Kaffee wie der aus Italien eine Crema braucht"? Das neue Hotel Krone oberhalb der Theresienwiese ist genau wie diese Menschen.

Das erste "Pop-down Hotel"

Es versucht sehr konzentriert, lässig zu sein – als nach eigener Aussage "Deutschlands erstes Pop-down Hotel". Der Begriff setzt sich aus "Pop-up" und "Countdown" zusammen und heißt im Grunde einfach nur: Das Hotel ist temporär. Für zweieinhalb bis drei Jahre ist es zunächst geöffnet, damit es individuell designt sein kann. Weil, so Inhaber Alexander Lutz ("The Lovelace") ein Hotel, das für 20 Jahre geplant wird, meist ein zeitloses Konzept bekommt.

Ihre Gäste stellen sich die Verantwortlichen offenbar mit einem Smartphone vor dem Gesichtshorizont vor: "Hier wird jeder Raum zum Lieblingsort", schreiben sie, "und zum Hauptdarsteller für zahlreiche eindrucksvolle Insta-Posts und Storie

Als hätte ein Marketingpraktikant ein paar geträumte Schlagwörter aus dem Nachmittags-Powernap noch fix niedergekritzelt, so klingt wie Selbstbeschreibung des Krone: "Abgefahren, aber nicht übertrieben. Stylisch, aber nicht gewollt. Vintage, aber nicht shabby. Traditionell, aber dennoch dynamisch."

30 Zimmer hat die alte Jugendstilvilla, das Einzelzimmer kostet ab 95, Doppelzimmer ab 110 Euro pro Nacht. Zur Wiesn gibt’s jeden Abend Party im Untergeschoss unter dem Motto: "Pop-down the Crown". Und das heißt im Grunde nur: "Ich kann mich grad einfach nicht an die deutschen Worte dafür erinnern".