Formel 1 Sebastian Vettel: Der Superseb!

Unaufhaltsam – wie Comic-Held Superman. Sebastian Vettel ist in der Formel 1 von nichts und niemandem zu stoppen. Foto: Fotomontage: Monika Hoffmann, dpa, AP Photo

Der Formel-1-Pilot scheint in dieser Saison unbesiegbar, schon am Sonntag kann er vorzeitig den WM-Titel klarmachen. Die AZ vergleicht den Heppenheimer mit dem Comic-Helden.

 

Yeongam - Kein Gegner ist zu stark für ihn, keine Entfernung zu weit, kein Problem zu groß. Er gewinnt immer, denn er ist Superman. Doch der berühmte Comic-Held vom fernen Planeten Krypton bekommt plötzlich irdische Unterstützung. Denn er hat einen kleinen Bruder in Heppenheim: den Superseb. Wie Superman ist auch Sebastian Vettel scheinbar unbesiegbar. Der Formel-1-Star kann nach seinem achten Saisonerfolg in Korea schon am Sonntag in Suzuka seinen vierten WM-Titel gewinnen – und das vier Rennen vor Schluss.

Was sind die Eigenschaften, die Vettel besonders auszeichnen? Was hat er mit Superman gemeinsam? Die AZ sucht nach Parallelen und vergleicht die Superhelden mit einem Augenzwinkern. Wikipedia bescheinigt Superman gleich 14 übermenschliche Eigenschaften.

Kombiniert man diese, ergeben sich weitere Superkräfte. Supermans übermenschlichen Kräfte werden dadurch erklärt, dass sein Körper unter der gelben Sonne der Erde (im Gegensatz zur roten Sonne Kryptons) mit Energie aufgeladen wird. Jeder Kryptonier hat auf der Erde dieselben Fähigkeiten. Diese wurden oft verändert, bleiben im Kern aber folgende:

ENORME SCHNELLIGKEIT: Diese Eigenschaft stellte Vettel gerade bei seinem Triumph in Korea eindrucksvoll unter Beweis. Gleich dreimal raste er seinen chancenlosen Gegnern davon. Als hätte er einen Turbo-Knopf an seinem Lenkrad. Beim regulären Start behauptete er seine Pole Position. Und als das Safety Car die Rivalen zweimal wieder näher brachte, ließ sich der Weltmeister nicht beeindrucken. „Er fährt nur so schnell wie er unbedingt muss“, sagt RTL-Experte Christian Danner und vermutet, dass Vettel oft nur mit seinen Gegnern spielt: „Er hat ganz sicher noch Reserven.“

ÜBERMENSCHLICHE STÄRKE: Fernando Alonso, Kimi Räikkönen und Lewis Hamilton muss es so vorkommen, als wäre Vettel nicht von dieser Welt. „Sebastian fährt in einer eigenen Liga“, schwärmt Red-Bull-Teamchef Christian Horner nach Vettels viertem Sieg in Serie. 77 Punkte Vorsprung, erster Matchball in Suzuka.

UNVERWUNDBARKEIT: Auch diese Eigenschaft trifft klar auf Vettel, allerdings eher psychisch. Was waren das für turbulente Tage. Pfiffe und Buhrufe in Singapur. Dann die Eier-Attacke („andere hängen die Eier in den Pool, wir arbeiten“). Danach die Kollegen-Schelte von Nico Rosberg („arrogant und respektlos“). All das kann Vettel derzeit nichts anhaben. Es prallt einfach an ihm ab. Als hätte der 26-Jährige ein mentales Schutzschild. Vettel zeigt Eier, in jedem Rennen.

DIE FÄHIGKEITEN ZU FLIEGEN: So wie Vettel von Sieg zu Sieg eilt, das hat schon etwas von einem Düsenjet. Er fliegt den Gegnern quasi davon. Dabei wirkt alles so spielerisch leicht. Irgendwie scheint das Vettel peinlich zu sein. Seine Worte nach dem Sieg in Korea wirkten jedenfalls wie eine Entschuldigung an die (nicht so super funktionierende) Welt: „Für mich ist das schon harte Arbeit. Es ist ja nicht so, dass ich vorneweg fahre und meine Runden drehe.“ Na ja, Rivale Alonso hat nach der bitteren Lektion von Korea sicher einen anderen Eindruck.

SUPERPUSTE: Auch mit dieser Eigenschaft kann Vettel punkten. Obwohl er den Sieg schon in der Tasche hat, brennt er auf den letzten Metern oft noch die schnellste Rennrunde in den Asphalt. Damit treibt er Teamchef Horner jedes Mal fast in den Wahnsinn. Der fordert den Superseb manchmal schon zur Hälfte des Rennens auf, einen Gang zurückzuschalten und die Reifen zu schonen.

 

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