Formel 1 Schumi, der Postbote

Rekordweltmeister Michael Schumacher wirbt demnächst mit seinem Team Mercedes für die Deutsche Post. Foto: dpa

Mit dem Star am Steuer ziehen die Silberpfeile offenbar einen neuen Sponsor an Land: die Post. Das bringt nicht nur Geld, sondern auch gute Argumente für einen Verbleib in der Formel 1.

 

MELBOURNE In Melbourne kämpfen Michael Schumacher und die Silberpfeile am Sonntag beim zweiten Saisonrennen (8 Uhr, RTL und Sky live) im Silberpfeil darum, noch ein bisschen Zeit gutzumachen auf die Konkurrenz und am Ende vielleicht auf dem Podest zu landen.

In Deutschland könnte der Rekordweltmeister bald Karriere machen – als schnellster Postbote der Welt. Offenbar stehen Mercedes GP und die Deutsche Post nämlich unmittelbar vor dem Abschluss eines weitreichenden Sponsoring-Abkommens.

Zur Zeit ist das Unternehmen über die Logistiksparte DHL zwar schon als Partner der gesamten Rennserie aktiv – DHL verantwortet die komplette Logistik der Formel 1. Doch nach AZ-Informationen treibt es nun auch die Muttergesellschaft wieder in die Formel 1. Wie bis 2002, als die Post Titelsponsor des damaligen Jordan-Rennstalls war, soll bald wieder das Posthorn auf einem Formel-1-Flitzer prangen. Beim Europa-Auftakt in Barcelona (9. Mai) sollen Schumacher und Nico Rosberg zum ersten Mal als schnellste Postboten der Welt an den Start gehen.

Gelb angemalt werden die Autos natürlich nicht. Der Silberpfeil bleibt silbern, hat aber künftig ein Posthorn drauf. Über die Größe und die genaue Platzierung wird in Stuttgart und Bonn noch verhandelt. Genauso über das genaue Volumen des Geschäfts.

Wie die AZ aus dem Umfeld der Post erfuhr, ist neben einem klassischen Geld-für-Logo-Sponsoring – geschätzt werden rund 3,5 Millionen Euro pro Jahr – eine ausgedehnte Image- und Marketingkampagne geplant: etwa mit TV-Spots mit Schumacher und Rosberg und der Anbringung von Silberpfeil-Plakaten auf den Postautos. Dazu sind weitere Geschäfte zwischen den beiden Unternehmen denkbar. Die Post könnte sich im Rahmen der Kooperation verpflichten, eine größere Anzahl von Mercedes-Fahrzeugen für die Flotte zu bestellen.

Und genau das würde das Geschäft erst richtig interessant machen für den Autobauer. Das Formel-1-Engagement ist ja auch im Konzern alles andere als unumstritten – weil teuer. Dank der Petro-Dollars vom Hauptsponsor Petronas und Aaber, dem Staatsfonds aus Abu Dhabi, der gleichzeitig Mehrheitsaktionär bei Daimler und bei Mercedes GP ist, kostet die Formel 1 das Unternehmen laut Motorsportchef Norbert Haug noch einen Betrag im „zweistelligen Millionenbereich, der nicht entfernt an der Dreistelligkeit kratzt“.

Der Betriebsrat forderte angesichts des Konzern-Rekordverlustes von 2,6 Milliarden Euro schon den Rückzug aus der Formel 1. Einen Großauftrag von der Post an Land zu ziehen, wäre kein übles Argument für die Formel 1. Filippo Cataldo

 

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