Formel 1 PS-Therapie in Monte Carlo

Am Montag steht auch für die Nationalspieler vom FC Bayern wieder Training an. Am Sonntag durften sie allerdings mit den DFB-Kollegen beim Formel 1 Rennen in Monaco nochmal ausspannen. Foto: dpa

Die Nationalkicker besuchen nach dem Debakel gegen die Schweiz die Formel 1.

 

TOURRETTESLukas Podolski kam nicht so recht auf Touren. Ein wenig „langweilig”, fand der Stürmer den Start-Ziel-Sieg des Australiers Mark Webber beim Formel-1-Rennen in Monte Carlo. Doch nun ist Podolski, erstens, mit Michael Schumacher befreundet, der beim Bling-Bling-Rennen mal wieder ausschied, und zweitens, der größte Formel-1-Experte im DFB-Tross. Seine Kollegen dagegen, zumeist Formel-1-Novizen, nutzten den Heli-Trip ins Fürstentum einen Tag nach dem doch recht peinlichen 3:5 gegen die Schweiz als willkommene therapeutische Maßnahme. „Nach dem 3:5 gegen die Schweiz war es einmal gut, Abwechslung zu bekommen”, berichtete Sami Khedira am Montag. „Selbst bei den gestandenen Spielern hat man große Augen gesehen”, meinte Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff, der den Ausflug zur PS-Party im Zockerparadies gemeinsam mit DFB-Generalsponsor Mercedes organisiert hatte. „Das haben sich die Spieler verdient. Es hat sich immer wieder gezeigt, dass diese Freiräume gut sind”, meinte er.

Ob Joachim Löw nach der Pleite gegen die Schweiz am Sonntag lieber trainiert hätte, ist nicht überliefert. Den Trip an die Cote d’Azur machte der Bundestrainer jedenfalls nicht mit. Stattdessen brütete er wohl gemeinsam mit seinem Trainerteam über die durch das Spiel am Samstag nicht gerade leichter gewordene Frage, welche vier Spieler er wieder nach Hause schicken soll. Bis Dienstag muss Löw seinen endgültigen Kader nominiert haben, gegen die Schweiz konnte sich keiner der wohl acht Streichkandidaten – ebenso wenig freilich wie die vermeintlich sicheren EM-Fahrer – nachhaltig für höhere Aufgaben empfehlen. Am Samstag hatte Löw zumindest schon mal ein Signal gesendet, welche vier Spieler beim Test am Donnerstag in Leipzig gegen Israel nicht dabei sein würden: Schalkes Jungstar Julian Draxler trug die Rückennummer 24, die Brüder Sven und Lars Bender die Nummern 25 und 26, Torwart Marc-Andre ter Stegen die 27. Vor der EM 2008 hatte Löw in Marko Marin, Patrick Helmes und Jermaine Jones exakt jene drei Spieler, die im Trainingslager auf Mallorca die Nummern über 23 erhalten hatten, aussortiert. Darauf angesprochen nach der Pleite gegen die Schweiz reagierte Löw allerdings überrascht – und wiegelte nach kurzem Zögern ab. „Das hat nichts zu bedeuten”, sagte er.

Tatsächlich könnte Löw nochmal ins Grübeln geraten sein. Zumal er ter Stegen, bei seinem Debüt in der DFB-Elf gleich mit fünf Gegentoren geplagt, tröstete. „Er darf jetzt den Kopf nicht hängen lassen. Bei den ersten zwei Toren wurde er ganz kalt erwischt, sieht dann in der ein oder anderen Situation unglücklich aus. Er ist ein großartiger Torhüter mit vielen gute Anlagen, vielen guten Qualitäten. Er wird seinen Weg machen”, sagte Löw. Ein Fingerzeig, das er vielleicht gerade deswegen doch noch Hannovers Zieler aussortiert? Als Streichkandidaten gelten auch die Dortmunder Ilkay Gündogan und Marcel Schmelzer und der Stuttgarter Cacau.

 

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