Formel 1 Nur der Schampus stoppt Vettel

Hier lässt Sebastian Vettel den Champagner nur spritzen. Als er dann davon trank, war ihm ziemlich schnell schwindelig. Foto: dpa

Der Red-Bull-Pilot gewinnt sein erstes Saisonrennen. „Zwei Schluck reichen, um angesäuselt zu sein“.

 

SEPANG Richtig anstrengend wurde es für Sebastian Vettel in Malaysia erst nach der Zieldurchfahrt. Bei den obligatorischen Siegerinterviews sprach der 22-Jährige mit merklich schwerer Zunge und einem leicht glasigen Blick. „Tut mir leid, ich bin schon etwas beschwipst, das kommt vom Champagner“, sagte er bestens gelaunt.

Dabei war es gar nicht so, dass Vettel übermäßig viel abbekommen hatte vom Siegerschampus. „Zwei Schluck waren es, aber das reicht, um angesäuselt zu sein, wenn man im Auto so viel Flüssigkeit verliert wie hier“, meinte er. Beim dritten Versuch hatte sich Vettel im Sauna-Rennen von Sepang mit Temperaturen von 35 Grad und gut 75 Prozent Luftfeuchtigkeit endlich den Sieg geholt, den er eigentlich schon bei den ersten zwei Rennen sicher gehabt hätte. Wenn sein Red Bull nicht gezickt hätte! Beim ersten Rennen war er wegen einer defekten Zündkerze nur Vierter geworden, in Australien war er dann wegen einer losen Radmutter ausgefallen. „Aller guten Dinge sind halt drei“, sagte Vettel am Sonntag, „das war die beste Art, um zurückzukommen“. Dann verschwand er schnell zu seinen Mechanikern und Ingenieuren – um sich die nächste Champagnerdusche abzuholen.

Vettel will Weltmeister werden in dieser Saison, spätestens seit Sonntag muss er als WM-Favorit angesehen werden. Schon vor Malaysia war er wohl der schnellste Fahrer im Feld – nun konnte er das Tempo zum ersten Mal auch in Punkte umwandeln. Vettel liegt nun in der Titelwertung mit 37 Zählern punktgleich mit Fernando Alonso nur noch zwei Zähler hinter Felipe Massa, dem Führenden.

Und das nahm auch Red-Bull-Teamchef Christian Horner erleichtert zur Kenntnis. Kaputt gegangen sei in Malaysia am Sonntag bei Red Bull lediglich ein Ventilator an der Boxenmauer, wie er scherzend sagte. „Das Auto dagegen lief gut“, meinte der Brite, der aber dennoch bis zum Schluss angespannt war. „In den letzten Runden sind wir Jungs am Kommandostand bestimmt um 30 Jahre gealtert“, sagte der Brite zwar. Statt den zu erwartenden Doppelsieg souverän nach Hause zu fahren, hatten sich Vettel und Webber noch ein kleines Privatduell um die schnellste Rennrunde geliefert – mit dem besseren Ende für Webber. „Die beiden sind halt Racer“, meinte Horner, „aber ich musste die ganze Zeit hoffen, dass nichts kaputt geht an den Autos.“

Gleichzeitig kündigte der Brite an, dass der Red Bull in den nächsten Wochen noch um einiges schneller werden könnte. „Die Basis ist gut und wir haben gute Dinge in der Pipeline.“

fil

 

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