Formel 1 "Naschen verboten": Vettel und Co. kämpfen gegen die Kilos

Die neuen Regeln in der Formel 1 haben für die Fahrer spürbare Folgen. Im Winter mussten einige Formel-1-Piloten ordentlich abspecken.

 

Melbourne – Wenigstens sein Gewicht bereitet Sebastian Vettel im Moment keine Probleme. Während viele Formel-1-Kollegen im Winter mühsam abspeckten, musste der Weltmeister, mit 66 Kilogramm ohnehin ein Leichtgewicht, sein Gewicht "nur" halten. Er verlor lediglich ein Kilo.

Süßigkeiten stehen trotzdem auf dem Index, "sonst schickt mich Adrian wieder aufs Laufband", scherzte der 26-Jährige im Interview mit motorsport-total.com mit Verweis auf Red-Bull-Chefdesigner Adrian Newey. Mit seiner Enthaltsamkeit steht Vettel vor dem Saisonstart am Sonntag (7.00 Uhr/ RTL und Sky) im australischen Melbourne längst nicht allein.

"Seit Ende des Jahres gibt es für mich keine Eiscreme und keine Süßigkeiten mehr! Ein riesiges Opfer. Aber Naschen ist verboten", sagte Mercedes-Pilot Nico Rosberg der Bild am Sonntag. Vier Kilo hat der ohnehin schon schmale Wiesbadener abgenommen.

Auch Teamkollege Lewis Hamilton verlor mühsam vier Kilo Muskelmasse, die er sich noch vor einem Jahr antrainiert hatte. "Das war der härteste Winter meines Lebens", betonte der Brite. Keine Naschereien zu Weihnachten, keine Kohlenhydrate am Abend – stattdessen Disziplin und jede Menge Sport: Die Piloten der Königsklasse mussten in den vergangenen Monaten mehr denn je peinlich genau auf ihr Gewicht achten und teilweise sogar hungern.

Schuld daran sind die umfangreichen neuen Regeln, denn unter anderem sind die neuen Autos deutlich schwerer geworden. Zwar hat der Weltverband FIA das Mindestgewicht des Fahrzeug-Piloten-Pakets bereits von 642 auf 690 Kilogramm erhöht, doch das reicht noch nicht aus. Klar ist: Je weniger die Piloten im 690-Kilo-Gesamtpaket wiegen, desto besser können die Renningenieure mit dem frei gewordenen Gewicht arbeiten und so das Auto verbessern.

"Ich musste deshalb im Winter regelrecht hungern, um die Gewichtsvorgabe meines Teams zu erreichen, jedes Gramm zu viel am Körper kostet echte Runden-Zeit", schrieb Rosberg in einem Gastbeitrag in der Welt am Sonntag. Ein Kilo mehr oder weniger macht pro Rennrunde etwa 0,035 Sekunden Unterschied aus. Auch bei Vettels Red-Bull-Rennstall wäre man wohl durchaus froh über noch leichtere Fahrer, doch das Weltmeisterteam hat vor dem Start im Albert Park in Melbourne schwerwiegendere Probleme.

Der RB10 zickt, die Testfahrten verliefen teils desaströs. Trotzdem verbreitet Vettel Optimismus: "Ich liebe die Formel 1 einfach, ich kann gar nicht erwarten, dass es endlich wieder losgeht." Probleme bringen die Zwangsdiäten derweil vor allem für die größeren Fahrer wie Nico Hülkenberg (1,84 m) und Daniel Ricciardo (1,80). "Vier Kilo sind runter.

Ich habe sechs Tage pro Woche vier Stunden trainiert. Über Weihnachten musste ich auf Süßigkeiten verzichten", sagte Vettels Teamkollege Ricciardo der BamS: "Jetzt verzichte ich abends auf Kohlenhydrate, habe Pizza und Nudeln ganz gestrichen."

Nur wenige Fahrer können dem Kampf um die Kilos etwas Positives abgewinnen, einer von ihnen ist der neue Williams-Pilot Felipe Massa. Der zierliche Brasilianer wiegt bei einer Größe von 1,66 m nur 58 Kilo und ist damit eines der Fliegengewichte der Szene. "Ich war noch nie so froh, so klein zu sein", sagte der ehemalige Ferrari-Fahrer.

 

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