Formel 1 Der lächelnde Sechste

Michael Schumacher im Silberpfeil Foto: dpa

MANAMA - Bei seinem Comeback hat Michael Schumacher (41) keine Siegchance, nicht nur die Ferraris fahren ihm davon. Aber er erträgt das entspannt. Er weiß nun, dass er körperlich mithalten kann. „Ein perfektes Ergebnis“ zum Saisonauftakt in Bahrein.

 

Auf dem Podium jubelten Fernando Alonso und Felipe Massa über ihren Doppelsieg im Ferrari. Neben den beiden Piloten in Rot grinste noch McLaren-Fahrer Lewis Hamilton ins Publikum. Michael Schumacher dagegen stand schräg unter dem Podium. Bei seinem ersten Rennen nach 1239 Tagen Formel-1-Abstinenz war er im Silberpfeil Sechster geworden, einen Platz noch hinter seinem Teamkollegen Nico Rosberg.

Aber Schumacher lächelte.

Vor ihm hatte sich Kai Ebel aufgebaut. Der RTL–Boxenreporter hatte sich zur Feier des Tages eine weiße Krawatte umgebunden, trug aber ansonsten wie immer ein Papageien-Outfit. Ebel und Schumacher kennen sich gut, 250 Rennen haben sie zusammen erlebt, schon bei Schumachers erstem Grand Prix 1991 stellte Ebel ihm die Fragen. Ob’s denn Spaß gemacht hätte, fragte Ebel nun. „Absolut, sehr viel“, meinte Schumacher. Man konnte ihm ansehen, dass er es ehrlich meinte. Schumacher lachte viel, wirkte entspannt, einfach nur froh, wieder Vollgas geben zu können. Als Ebel feststellte, dass Schumacher auch körperlich gut vorbereitet hätte, zeigte Schumi auf Ebels Bauch, der über die Jahre nicht flacher geworden ist, grinste und meinte: „Na, besser als du auf jeden Fall!“

Vor drei Jahren wäre es undenkbar gewesen, dass Schumacher nach einem sechsten Platz Witzchen macht. Aber die Zeiten, als Schumacher vom Ehrgeiz zerfressen zu den Rennen kam und er alles andere als Platz 1 als persönliche Beleidigung empfand, scheinen vorbei – oder noch nicht wiedergekommen.

„Er kommt sympathischer, freundlicher, lachend zurück in die Formel 1“, stellte auch der dreimalige Weltmeister und RTL-Experte Niki Lauda fest, „er ist wie positiv ausgewechselt.“

Schumacher hat an diesem Wochenende in der Wüste immer wieder betont, wie viel Spaß ihm das Rennfahren mache. Er fühle sich nicht viel älter als zwölf Jahre, meinte er. Und als er während des Rennens merkte, dass er mithalten kann mit den Jüngeren, dass ihn der Zweistundenritt durch die Wüste körperlich kaum anstrengte, dass er vor allem wegen des noch nicht optimal funktionierenden Silberpfeils nicht an die Spitze fahren konnte, da war für ihn die Welt in Ordnung. Trotz Platz sechs.

Schließlich bescheinigte ihm hinterher nicht nur Mercedes–Motorsportchef Norbert Haug, dass „ein besseres Ergebnis mit seinem Auto heute nicht möglich“ gewesen wäre. „Für Michael und Mercedes war das ein perfektes Ergebnis“, meinte auch Lauda, „alle, die gedacht haben, Schumi würde bei seinem ersten Rennen gleich wieder gewinnen, haben keine Ahnung von der Formel 1.“

Schumacher hat sehr viel Ahnung vom Vollgas-Kreiselfahren. Und war froh, dass er nichts verlernt zu haben scheint. „Ich hatte ja ein paar Bedenken. Es hat sich einiges geändert seit meinem letzten Rennen. Aber es hat alles funktioniert“, meinte er. Das Rennen sei optimal verlaufen. „Der Start war gut, und danach hat die Odyssee begonnen. Die ersten Runden gab es ein paar Kämpfe. Danach hörte das auf, jeder hält seine Position, that’s it.“

So entspannt hat er früher nicht mal nach allen seiner 91 Siege gewirkt. fil

 

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