Folgen eines Sturzes Bischofshofen: Freund muss auf Qualispringen verzichten

Ein Ruhetag hat Severin Freund nicht gereicht. Foto: dpa

Severin Freund hat seinen Start bei der Qualifikation zum Finale der Vierschanzentournee aus gesundheitlichen Gründen abgesagt. Er werde am Mittwoch eine gute Leistung bringen, sagte Bundestrainer Schuster.

 

Bischofshofen - Skisprung-Weltmeister Severin Freund muss nach seinem Sturz in Innsbruck auf das Training und die Qualifikation für das letzte Springen der Vierschanzentournee in Bischofshofen am Dienstagnachmittag verzichten.

"Heute macht es keinen Sinn, der Ruhetag hat nicht ausgereicht, um ihn sprungfertig zu machen", sagte Bundestrainer Werner Schuster.

"Severin wird aber im Wettkampf am Mittwoch springen und eine gute Leistung bringen."

Der 27 Jahre alte Freund, der mit rund 20 Punkten auf den führenden Slowenen Peter Prevc ins Finale geht, war am Sonntag in der Probe zu Fall gekommen und hatte sich diverse Prellungen zugezogen.

Die Chance ist minimal, der lädierte Körper schmerzt, begraben hat Severin Freund seinen Tournee-Traum aber noch nicht. "Ich werde angreifen, auch wenn der Rückstand sehr, sehr groß ist", sagt der Skisprung-Weltmeister vor dem Finale der 64. Vierschanzentournee in Bischofshofen.

Freund weiß aber auch: Um das Dauer-Duell mit Peter Prevc auch diesmal zu gewinnen, bedarf es am Mittwoch (17.00/ARD und Eurosport) eines kleinen Wunders. Umgerechnet elf Meter muss Freund aufholen, angesichts der Topform von Prevc eine kleine Welt. Zudem musste Freund am Dienstag aufgrund der Sturzfolgen von Innsbruck auf Training und Qualifikation verzichten, ihm fehlt damit Praxis auf der anspruchsvollen Schanze.

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"Es muss schon etwas Unvorhergesehenes passieren", sagt Freund. Heißt: Der Slowene muss Nerven zeigen. Möglich ist das, schon in Innsbruck war Prevc zumindest in der Probe bei seinem "Hüpfer" der Druck anzumerken. "Ich war wirklich sehr nervös. Ein Fehler, und ganz schnell ist alles vorbei", sagte er und wollte von einer Vorentscheidung nichts wissen.

Freund gegen Prevc - dieses Duell ist derweil längst zum Dauerbrenner geworden. Los ging es bei der WM 2013, als der Slowene wie ein Jahr darauf bei Olympia knapp vor dem DSV-Adler Bronze holte. Freund gewann wenig später Gold bei der Skiflug-WM, Prevc wurde Dritter. Ein Krimi entwickelte sich vergangene Saison im Gesamtweltcup:

Am Ende kamen beide auf 1729 Punkte, Freund gewann wegen der mehr erzielten Siege die große Kristallkugel. "Letztes Jahr hat Peter gelitten, jetzt ist es Severin", sagt Schuster zu dem ewigen Duell, in dem Österreich nur noch Zuschauer ist.

Nach sieben Siegen in Folge werden die ÖSV-Adler wohl erstmals wieder leer ausgehen. Läuft es ganz schlecht, reicht es sogar nicht einmal für das Podest: Bester Österreicher ist derzeit Michael Hayböck als Vierter.

Um weit mehr geht es für Freund. Der 27-Jährige würde mit einem Triumph in einen erlauchten Kreis aufsteigen. Fünf große Einzel-Titel gibt es im Skispringen - die Tournee, Skiflug-WM, nordische WM und den Gesamtweltcup hätte Freund dann abgehakt. Einzig Olympia-Gold würde noch fehlen, bislang hat nur der Finne Matti Nykänen alle fünf Trophäen in seinem Schrank stehen.

Fest steht aber ebenso: Auch Platz zwei in der Gesamtwertung wäre für Freund nach Jahren der Tournee-Tristesse ein großer Erfolg, zuletzt war das Sven Hannawald vor 13 Jahren im Winter 2002/2003 gelungen.

"Vor allem der Sieg in Oberstdorf mit dieser fantastischen Stimmung wird mir lange in Erinnerung bleiben", sagte Freund schon vor dem Finale, ehe er noch einmal eine Kampfansage formulierte: "Fest steht: Ich werde alles geben. Abgerechnet wird zum Schluss."

 

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