Flughafen München Neue Studie: Die dritte Startbahn stürzt ab

„Koa Dritte“ fordern Gegner der dritten Startbahn - gibt ihnen eine neue Studie Recht? Foto: Gregor Feindt

Ein neues Gutachten gibt den Gegnern recht: Der Flughafen war viel zu optimistisch mit seinen Wachstumsprognosen. 2012 gab’s 100000 Starts und Landungen weniger als erwartet

 

MÜNCHEN - Für die Gegner der umstrittenen dritten Startbahn am Münchner Flughafen ist es ein Triumph. „Wer sagt, wir brauchen die dringend, leidet unter Realitätsverlust“, sagt der umweltpolitische Sprecher der Grünen, Christian Magerl. „Es gibt keine Rechtfertigung mehr“.

Zum Beweis dafür legt er Gutachten der niederländischen Umwelt-Beraterfirma CE Delft vor. Die hat auch schon den Londoner Flughafen Heathrow und den Pariser Charles de Gaulle untersucht. Ihr Ergebnis: Die Weltwirtschaft werde langsamer wachsen als prognostiziert. Zudem würden die Flugtickets teurer werden als gedacht. Dadurch werde es künftig weniger Fluggäste geben. „Wir erwarten ein wesentlich langsameres Wachstum als angenommen“, sagte Experte Jasper Faber am Mittwoch im bayerischen Landtag.

Das unterstreichen auch die Zahlen des Flughafens. Der war in einer ersten Prognose für das Jahr 2012 noch von 496000 Flugbewegungen im Erdinger Moos ausgegangen. Die Realität aber waren rund 100000 Starts und Landungen weniger. Auch die korrigierte zweite Prognose von 433000 Bewegungen war überbewertet. Magerl: „Da haben sie sich immer noch um 35000 verhaut.“

Auf ganze 398000 Flugbewegungen hat es München Erding im letzten Jahr gebracht - und ist damit auf dem Stand von 2005. „Wir haben seit acht Jahren Stagnation“, erklärt Magerl und fühlt sich nun im Recht. Die Startbahngegner hätten die Zahlen des Flughafens immer bezweifelt. „Nun zeigt die Untersuchung, dass unsere Annahmen wesentlich realistischer sind.“

Eine dritte Startbahn sei daher wirtschaftlich nicht sinnvoll. Magerl: „Aus diesen Zahlen lässt sich kein Bedarf mehr für eine dritte Startbahn ableiten.“ Magerl rechnet schon weiter – mit einem „deutlich abgeschwächten Wachstum“ und einem künftigen Zuwachs von lediglich einem Prozent. Das werde vor Gericht eine entscheidende Rolle spielen.

 

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