Flüchtlingsunterkunft in der Kritik Polizei prüft Misshandlungsvorwürfe in Bayernkaserne

Die Bayernkaserne platzt aus allen Nähten. Gab es auch hier Misshandlung durch Wachpersonal? Foto: Daniel von Loeper

Angeblich im Schlaf getreten. Wurden auch in München Flüchtlinge durch Wachpersonal misshandelt? Entsprechenden Vorwürfen geht die Münchner Kriminalpolizei jetzt nach.

 

München - Die Münchner Kripo überprüft Misshandlungsvorwürfe von Flüchtlingen gegen Wachleute in der Münchner Bayernkaserne. Eine Sprecherin des Polizeipräsidiums bestätigte am Donnerstag einen entsprechenden Bericht des Bayerischen Rundfunks. Laut der Sprecherin gab es sowohl in der vergangenen Woche als auch am Mittwoch einen Polizeieinsatz in der Kaserne, nachdem dort untergebrachte Asylbewerber Vorwürfe gegen den Sicherheitsdienst erhoben hatten. Der BR zitierte einen Palästinenser, nach dessen Worten Wachleute am Boden schlafende Flüchtlinge getreten haben sollen.

Die Bayernkaserne ist seit Wochen überfüllt, dort warten viele Flüchtlinge auf ihre Registrierung und medizinische Untersuchung. Der Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) hatte am Montag einen Aufnahmestopp erklärt, nachdem es in den Vortagen zu chaotischen Szenen gekommen war. Wegen fehlender Betten und Räume mussten manche Flüchtlinge auf Matten im Freien schlafen.

Anders als in Nordrhein-Westfalen gab es in Bayern bislang keine gravierenden Vorwürfe gegen Sicherheitsleute. In Nordrhein-Westfalen gab es von Anfang 2013 bis September 2014 insgesamt 48 Ermittlungsverfahren gegen Wachleute in sieben Unterkünften.

 

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