Fliegerbombe entschärft Die Münchner Blindgänger-Chronik

Flammen in der Feilitzschstraße: Im August 2012 wird in Schwabing eine Bombe kontrolliert gesprengt. Die Schäden sind immens. Foto: AZ-Archiv

Die Fliegerbombe unter dem Deutschen Museum ist kein seltener Einzelfall. Immer wieder werden in der München alte Bomben entdeckt – die Funde, die Gefahrenstellen.  

 

München - Im Zweiten Weltkrieg war München Ziel massiver Luftangriffe – mit Folgen bis heute.

Rund 2500 Blindgänger aus dieser Zeit liegen noch im Münchner Boden, schätzen Experten.

Speziell in der Nähe ehemaliger Kasernen (Bayern- und Funkkaserne Freimann, Eisenbahnkaserne Dachauer Straße, Luitpold- und Prinz-Leopold-Kaserne Schwabing, Marsfeld- und Türkenkaserne Maxvorstadt, Max-II- und Oberwiesenfeldkaserne Neuhausen und Stetten-Kaserne am Ackermannbogen) liegen übriggebliebene Bomben.

Immer wieder werden welche gefunden. Hier einige brisante Fälle aus den letzten Jahren.

Pasinger Doppelfund

20. Juli 2015: Eine Woche nachdem auf einem Feld hinter dem Westbad in Pasing eine Granate gefunden wurde, sucht ein Mann mit einem Metalldetektor nach mehr – und findet einen Gegenstand, der sich als 250-Kilo-Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg herausstellt. Rund 1000 Personen müssen das Areal verlassen, die Bombe wird entschärft.

SCHWABINGER KLINIKUM

28. Oktober 2014: Ein 125 Kilo schwerer Blindgänger wird nahe des Klinikums Schwabing entdeckt. 2000 Menschen müssen ihre Wohnungen räumen – Es kommt zu Staus und Chaos im Viertel. Erst um 20.38 Uhr gibt es Entwarnung.

UNTERFÖHRINGER BAUGRUBE

8. Juli 2014: In einer Baugrube in Unterföhring taucht eine US-amerikanische Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg auf. In der Umgebung stehen mehrere Geschäftshäuser, in denen rund 6000 Menschen arbeiten. Sie kann ohne Probleme entschärft werden.

SCHLEISSHEIMER STRASSE

4. Juni 2014: Bei Arbeiten in einer Baustelle unweit eines BMW-Werks in der Schleißheimer Straße findet ein Bauarbeiter eine 250 Kilo schwere Bombe. Die Stelle wird abgeriegelt, doch eine komplette Entschärfung ist nicht möglich. Die Bombe wird abtransportiert und auf einem Bundeswehrgelände gesprengt.

ALLACHER FORST

15. September 2013: Beim Schwammerl suchen findet eine Frau in einer Gruppe einen metallischen Gegenstand, der sich als Bombe herausstellt – 450 Kilo schwer. Das Gebiet wird weiträumig gesperrt, ebenso wie die nahe A 99. Spezialisten entschärfen den Blindgänger.

SCHWABINGER BOMBE

27./28. August 2012: Beim Abriss der Kneipe „Schwabinger Sieben“ wird ein Sprengsatz entdeckt – der folgenschwerste Bombenfund der letzten Jahre. Denn weder Abtransport noch Entschärfung sind möglich. Die Grube wird präpariert, Anwohner in Notunterkünfte gebracht und die Bombe einen Tag später gesprengt. Ein Feuerball schießt in den Himmel. An den benachbarten Wohn- und Geschäftshäuser richtet die kontrollierte Sprengung teils große Schäden an. Verletzt wird niemand.

SECHZGER-STADION

24. Mai 2012: In Giesing wird ein Sprengsatz gefunden – direkt unter dem Rasen des Grünwalder Stadions, wo die Fußballer des TSV 1860 München jahrzehntelang gespielt haben. Rund 500 Kilo wiegt die Bombe, die sich problemlos entschärfen lässt.

 

7 Kommentare