Fleischpflanzerl und Co. Der große Hacktest

Nur die Hälfte aller Produkte bekommt von Stiftung Warentest ein „gut“. Wir haben uns die Ergebnisse genauer angesehen

 

Ob als Fleischpflanzerl oder in der Nudel-Soße – Hackfleisch ist ein Klassiker und ein Verkaufsschlager in jeder Fleischwarenabteilung. Am liebsten mögen es die Deutschen „halb und halb“ – halb Rind halb Schwein, damit’s nicht zu trocken wird. „Halb und halb“ trifft diesmal auch auf die aktuellen Testergebnisse von Stiftung Warentest zu. 21 Hackfleischprodukte wurden getestet – darunter abgepacktes und frisches von der Fleischtheke. Gerade einmal knapp die Hälfte bekam ein „gut“. Der Test im Überblick:

Das Gesamturteil: Wie aus dem aktuellen Testbericht hervorgeht, bekamen zehn der insgesamt 21 Produkte ein „gut“. Das sind:
Bio+ (Vion Convinience)
Aldi (Nord)/Gut Bio
Packlhof
Lidl/Biotrend
Kaufland/Purland
Aldi Süd/Mülller Fleisch
Lidl/Landjunker
Edeka l Real/Der Metzgermeister
Kaiser's Tengelmann/ Birkenhof

Ein „befriedigend“ gab es für:
Eberswalder
Netto/Gut Ponholz
Aldi Süd/Müller Fleisch
Edeka/Gut&Günstig
Aldi (Nord)/Bauernglück
Karstadt Feinkost/Perfetto

Gerade einmal ein „ausreichend“ waren:
Gal. Kaufhof/Lust auf Genuss
Rewe /ja!
Penny/Mühlenhof
Norma/Gut Bartenhof
Dennree/Königshofer

Die Testsieger: Obwohl die Tester kein einziges Mal ein „sehr gut“ vergeben haben, gibt es trotzdem zwei eindeutige Testsieger. „Saftiges Mundgefühl, kräftig aromatischen Fleischgeschmack und -geruch“, so fällt das Urteil für das tagesfrische Sieger-Hackfleisch von der Theke bei Edeka (4,50 Euro pro Kilo) aus. Das beste abgepackte Hackfleisch ist von Bio+. Das Urteil: Es ist ebenfalls geschmacklich sehr gut, mit zwölf Euro je Kilo aber auch recht teuer.

Die Keimbelastung: Roh haben die Tester kein einziges der Hackfkleisch-Produkte verkostet – eine gute Entscheidung, wie die Laborergebnisse ergaben. Denn jedes zweite Hackfleisch-Päckchen enthielt krankmachende Keime, darunter zum Teil auch antibiotikaresistente Exemplare. Tipp der Tester: Auf rohes Hack, beispielsweise als Mettbrötchen, am besten verzichten. Ein Biohackfleisch fällt dabei deutlich aus der Reihe – im Übrigen eines der teuersten Produkte im Test: Königshofer von Dennree für 14 Euro pro Kilogramm. Darin entdeckten die Prüfer eine deutlich erhöhte Anzahl von potenziell krankmachenden E.coli-Bakterien. Keimbelastet war auch das Hackfleisch von der Bedien–theke bei Galeria Kaufhof. Es enthielt auffällig viele zu Verderb führende Enterobakterien. In vier Produkten fanden sich Salmonellen Die Höhe der der Bleastung durch die beiden Keime lagen jeweils in der Nähe des Warnwertes der Deutschen Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie (DGHM). Sie können unter anderem auf mangelnde Hygiene bei der Produktion hinweisen. Die Keimbelastung der beiden Sieger-Produkte wurde übrigens als unauffällig eingestuft.

Salmonellen-Alarm: Salmonellen können schon in kleiner Anzahl krank machen und sollten in Lebensmitteln gar nicht vorkommen. Die Prüfer fanden aber Salmonellen in allen vier untersuchten Proben des Hackfleischs von Norma/Gut Bartenhof. Es schneidet mikrobiologisch am schlechtesten ab und gehört auch insgesamt mit einem nur ausreichenden Qualitäts-Urteil zu den vier schlechtesten Produkten. Hackfleisch am besten niemals roh essen Verkauft werden darf es trotz Salmonellen. Denn sie sterben beim gründlichen Durchbraten (wenigstens zwei Minuten bei mindestens 70 Grad Celsius) ab. Vom Fleisch geht dann keine Gefahr mehr aus. Auf allen Fertigpackungen im Test steht auch: „Nicht zum Rohverzehr geeignet“ oder „Nur durchgegart verzehren“. Diesen Hinweis sollte jeder ernst nehmen, wie der Test zeigt.

Abgepackt oder frisch? Neben abgepackten Produkten nahmen die Prüfer auch Hack–fleisch von Bedientheken im Supermarkt, das für den Verzehr am gleichen Tag bestimmt ist, unter die Lupe. Geschmack, Geruch und die Fleischqualität waren bei der tagesfrischen Ware im Schnitt besser als bei der abgepackten. Das haltbare, in Plastik abgepackte Hackfleisch im Test enthielt dagegen durchschnittlich weniger Keime als das tagesfrische – Ausreißer gab es jedoch in beiden Gruppen.

Ist bio besser? Nicht nur einer der beiden Testsieger ist ein Bioprodukt. Auch die meisten anderen Bioprodukte überzeugen laut Stiftung Warentest. Bei abgepacktem Hack liegen gleich vier vorn: Bio+, Gut Bio von Aldi (Nord), Packlhof sowie Biotrend von Lidl. Der Test zeigt: Es kann sich lohnen, beim Discounter zu Biohack zu greifen – die konventionellen Produkte von Aldi (Nord) und Lidl schneiden schlechter ab.

So wurde getestet: Getestet wurden 21 Mal gemischtes Hackfleisch, davon fünf Mal frisches von der Fleischtheke und 16 Mal abgepackte Produkte, davon waren sechs bio. Geprüft wurde im September 2014. Fünf geschulte Prüfer beurteilten das Hackfleisch unter anderem nach Aussehen und Geruch im Rohzustand und im gebratenen Zustand – dazu wurde das Hackfleisch in einer Pfanne zehn Minuten gebraten.

 

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