Fischsterben wegen Giftpulver? Tausend tote Fische im Auer Mühlbach

Tote Fische am Rechen an der Krämermühle: Forellen und Äschen. Foto: ho

Am Mittwochmorgen schlugen die Isarfischer Alarm: Offenbar wegen einer giftigen Substanz im Bachwasser sind rund tausend Fische im Auer Mühlbach verendet. Woher kommt das Gift?

 

München - Giftalarm am Auer Mühlbach: Fischer zogen in den vergangenen Stunden Hunderte toter Fische aus dem Seitenarm der Isar. Darunter auch zahlreiche gefährdete Arten wie Äschen, Koppen und Bachforellen. Los ging das große Sterben offenbar am Dienstagmittag. Bewohner der Kraemermühle entdeckten da unzählige Fische tot den Bach heruntertreiben.

Als Moritz Gärth, der Gewässerwart der Isarfischer, am Tatort eintraf, hatten sich bereits 60 bis 70 Fische im Rechen der Mühle verfangen, mindestens hundert Stück. „Da muss ein ganz aggressiver Stoff im Wasser gewesen sein“, sagt der 28-Jährige, so schnell wie sich die Kiemen der Tiere verfärbt hätten.

Die Isarfischer machten sich daraufhin auf die Suche nach der Ursache für das Fischsterben. Etwa 300 Meter südlich der Kraemermühle entdeckten sie am Ufer des Auer Mühlbachs dabei eine kleine Lichtung. Dort musste kürzlich ein schwerer Sack gestanden haben, das Gras war noch niedergedrückt. Um die Fundstelle herum stellten die Fischer Reste einer bläulichen Substanz fest – vermutlich der tödliche Giftstoff.

Eine Spezialeinheit der Feuerwehr beseitigte gestern Morgen die Rückstände, trug auch womöglich kontaminiertes Erdreich ab. Das Wasserwirtschaftsamt schickte daraufhin eine Probe zur Analyse nach Augsburg.

Die Ergebnisse stehen noch aus. Sebastian Hanfland, der Geschäftsführer des Landesfischereiverbandes, geht jedoch davon aus, dass es sich bei der blauen Substanz um Kupfersulfat handelt. Diese Chemikalie wird in geringer Dosierung dazu verwendet, Schwimmbecken von Algenbefall zu befreien. Sie ist ein günstiges Reinigungsmittel. Das Kilo kostet im Internet etwa 7,50 Euro. Auch Heimwerker nutzen Kupfersulfat gerne, um Möbel abzubeizen. Für die Fische allerdings ist das Mittel tödlich.

Auch einige Badegäste des Auer Mühlbachs, so bestätigte die Polizei gestern, klagten am Dienstag über Hautreizung und Ausschlag. „Der Verdacht...“, sagt Hanfland und spricht nicht weiter. Er will niemanden vorschnell beschuldigen. Aber an die Pulver-Fundstelle grenzt eine große Schrebergarten-Anlage. Gut möglich, dass dort jemand an seinem Häuschen gebastelt – und die Reste dann einfach im Auer Mühlbach entsorgt hat.

Hanfland hat in seiner Zeit beim Fischereiverband schon viel erlebt. Jüngst haben ihn zum Beispiel immer wieder auslaufende Biogasanlagen in Niederbayern aufgeschreckt. Aber eine solche Unverfrorenheit wie die jetzt – das ist auch für ihn neu.

Dass es dabei den Auer Mühlbach erwischt hat, ist für die Isarfischer besonders bitter. Der Bach dient ihnen als Aufzuchtgewässer. Alle zwei Jahre, wenn das Wasser abgelassen und das Flussbett gereinigt wird, siedeln die Fischer tausende Tiere in die Isar um – Barsche, Regenbogenforellen, Barben, auch so manchen Aitel und Karpfen. Der nächste Fischumzug wird nun wohl deutlich kleiner ausfallen.

Um die tausend Fische wurden wohl vergiftet, schätzen die Isarfischer. Die meisten waren noch klein und sind durch die Rechen der Auer Mühlbach einfach durchgespült worden. Der wirtschaftliche Schaden, beläuft sich auf mehrere tausend Euro – der Schaden für die Umwelt ist unermesslich.

 

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