Millionen-Zuschuss durch Freistaat Englischer Garten: Kommt der Tunnel jetzt doch?

, aktualisiert am 19.07.2016 - 17:06 Uhr
So soll es mal aussehen: Der Tunnel durch den Englischen Garten. Foto: Simulation: Grub

Für einen schöneren Park und weniger Stau: Der Freistaat will bis zu 40 Millionen Euro zum Bauprojekt am Isarring beisteuern – die Details.

Schwabing - Der Abend liegt noch ganz sonnig-golden da, die Mücken sind noch lästig und überhaupt ist das Fest am Palmenhaus im Nymphenburger Schlosspark noch recht jung, da ist der Oberbürgermeister schon aufgelegt, ein Geheimnis zu verraten: Das Projekt Wiedervereinigung des Englischen Gartens steht vor dem Durchbruch. Der Freistaat habe angekündigt, sich nun doch am Bau des Tunnels für den Isarring zu beteiligen. Eine Entscheidung, die ihn freue, sagt Stadtoberhaupt Dieter Reiter (SPD). Nach der Sommerpause wolle er einen Grundsatzbeschluss zum Tunnelbau des Stadtrates herbeiführen.

Auf Nachfrage zur Beteiligung des Freistaats nennt er die Zahl von 30 bis 40 Millionen Euro als wünschenswert. Die Gesamtbaukosten für das Projekt werden bisher – von unterschiedlicher Seite bewertet – auf 100 bis 125 Millionen Euro geschätzt. Der Tunnel soll nicht nur den Südteil des Englischen Gartens wieder mit dem Nordteil verbinden, sondern auch das Stau-Problem am Isarring und vor allem auf dem Zubringer Ifflandstraße lösen. Das bisherige Provisorium, eine dritte Fahrspur, taugt nur bedingt.

"Ich finde das toll, ja, gigantisch"

Offiziell ist die Förderzusage noch nicht. Was Reiter da verraten hat, hätte die CSU eigentlich gerne selbst verkündet. Für Donnerstag haben Finanzminister Markus Söder, Verkehrsminister Joachim Herrmann, Kultusminister Ludwig Spaenle und Bürgermeister Josef Schmid (allesamt CSU) einen gemeinsamen Termin vor Ort angesetzt.

Was aber bereits klar ist: Es geht um eine Beteiligung des Freistaats in einer Höhe, die dem Projekt zum Erfolg verhelfen dürfte. Offenbar haben hohe Steuereinnahmen die Staatsregierung dazu gebracht, für den E-Garten-Tunnel was springen zu lassen. Zusammen mit Mitteln der Stadt sowie Spenden von Unternehmen und Privatleuten sollte das dann reichen.

"Ich finde das toll, ja, gigantisch", sagt Hermann Grub zur AZ, der sich mit seiner Frau Petra Lejeune für den Tunnel einsetzt. Das Schwabinger Architektenpaar hatte schon vor sechs Jahren die Idee für das Projekt präsentiert. Jetzt sagt Grub: "Die Weichen sind gestellt – in Richtung Bau." Er wünscht sich, dass der Freistaat 40 Prozent der Baukosten übernimmt. Das wären bis zu 50 Millionen Euro.

Der Bau des Tunnels würde drei bis vier Jahre dauern. Und glaubt man Bürgermeister Josef Schmid (CSU), könnte damit bald begonnen werden: "Es könnte jetzt alles ganz fix gehen", sagt er. Nachdem er im Auftrag des Oberbürgermeisters persönlich bei der Staatsregierung Druck gemacht habe, übernehme der Freistaat wohl eine Summe von bis zu 40 Millionen Euro.

Im Finanzministerium sagt man auf AZ-Anfrage noch nichts dazu und verweist auf den morgigen Termin.

 

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