Finale dahoam! TSV 1860: So feiert Sechzig im letzten Heimspiel die Meisterschaft

Giesinger Sehnsuchtsort: Das Grünwalder Stadion, Heimspielstätte des TSV 1860. Foto: Rauchensteiner/Augenklick

Gegen den FC Augsburg bestreitet der TSV 1860 sein letztes Liga-Heimspiel der Saison im Grünwalder – und könnte in Giesing den Titel in der Regionalliga feiern.

München - 24 Grad warm soll es um kurz nach zwei Uhr nachmittags werden, dazu gibt es Sonnenschein pur. Der Rahmen ist prächtig für 90 Minuten Fußball-Ekstase auf Giesings Höhen, für den womöglich ersten Titel seit dem Hallen-Masters 1996 – die Regionalliga-Meisterschaft der zweiten Mannschaft 2013 ausgeklammert.

Genau diese will an diesem Samstag nun die erste Mannschaft des TSV 1860 im Derby gegen den FC Augsburg II (14.05 Uhr im AZ-Liveticker) holen. Jenes Team, zusammengebastelt, um das wieder wettzumachen, was die Spieler auf dem Platz selbst nicht zu verantworten hatten: den doppelten Abstieg. Die Meisterschaft soll im letzten Liga-Heimspiel dort her, wo es nach Meinung vieler Löwen Sechzig ausschließlich geben darf: im Grünwalder Stadion.

"Es war schön. Wir haben ein Mal unentschieden gespielt, ein Mal verloren, alle anderen Spiele sehr souverän gewonnen", meint Chefcoach Daniel Bierofka auf AZ-Nachfrage zu seinem Grünwalder-Fazit. "Es war immer eine sehr hohe Intensität und damit das, was die Zuschauer sehen wollen. Vor eigenem Publikum nochmal zu Hause zu gewinne, ist eine Riesen-Motivation für uns."

Daniel Bierofka kündigt spontane Feier an

Um dann gemeinsam eine spontane Meisterparty im Viertel zu feiern? "Zuerst müssen wir die 90 Minuten bestreiten", sagt Bierofka. "Alles, was dann passiert, ist eh spontan." Im Falle einer Meisterschaft dürften sich seine "Jungs", wie sie der 39-Jährige gerne nennt, zwei, drei Tage freuen. "Es ist eine lange Saison. Wir mussten sehr hart einstecken, wurden teils sehr hart angegangen", erzählt der einstige Bundesligaspieler – und hält einen Lobgesang auf den Charakter seiner Löwen: "Diese Mannschaft hat eine eigene DNA. Sie hat den Charakter und den Willen, auch schwierige Spiele unbedingt gewinnen zu wollen. Ich gehe jeden Tag auf den Platz und bin dankbar und stolz, dass ich mit dieser Mannschaft arbeiten darf. Das kann nicht jeder Trainer sagen."

Dem noch nicht genug: "Unser großes Pfund ist, dass wir ein echtes Team haben. Bei der U21 hat zuletzt die komplette erste Mannschaft zugeschaut. Das habe ich noch nicht oft erlebt", erklärt Bierofka emotional. "Doch das ist der Charakter dieser Mannschaft, der Zusammenhalt ist außergewöhnlich. Es ist ehrlich und nicht gespielt. Ich weiß nicht, ob es sowas jemals nochmal geben wird." Pathetische Worte.

Bierofka befürchtet keine Ausschreitungen

Die Vorfreude auf das Derby trübt derweil einzig, dass es wieder zu Ausschreitungen zwischen beiden Fan-Lagern wie im Hinspiel kommen könnte, als es 60 Festnahmen gab. 1.200 Augsburger werden da sein. Im Stadion herrscht striktes Alkoholverbot. Aber auch hier vertraut der Löwen-Trainer auf die eigenen Anhänger – und die Polizei. "Ich bereite mich auf den Gegner vor und nicht auf mögliche Ausschreitungen. Die Polizei hat das immer super verhindert. Bei uns gab es nie was rund ums Stadion, selbst beim Derby nicht", sagt er und fordert von den Fans, sich auf die Unterstützung zu konzentrieren.

Und mögliche Feierlichkeiten. Samt Bierdusche? "Ich bin zu schnell – noch. Bis meine Spieler ein Bier haben, bin ich schon in der Kabine", meint er und lacht: "Sie werden es schwer haben, mich zu erwischen." Doch: Ist Sechzig um kurz vor vier Uhr Nachmittag Meister der Regionalliga, wird eh alles spontan. In Giesing. Dort, wo Sechzig sich heimisch fühlt.

 

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