Bayerns Basketballer stehen vor dem Auswärtsspiel am Donnerstag bei Alba Berlin unter Druck. "Wir müssen die Enttäuschung jetzt in positive Energie umwandeln", fordert Danilo Barthel.

München/Berlin - Gut, dass Dejan Radonjic mit dem Rücken zum Weinregal sitzt. Womöglich hätten ihn die Angebote doch ein wenig irritiert. "Saugeil, 9,90 Euro" steht da, darunter "Frivolo, 6,90 Euro", und damit man auch glaubt, dass es sich dabei nur um verschiedene Weine handelt, heißt der dritte Vino auf der Preisliste einfach "Riesling, 8,90 Euro". Willkommen in der Tagesbar des Modehauses Hirmer, Sponsor und Gastgeber der Presserunde der Bayern-Basketballer!

Vor dem "wichtigsten Spiel" (Lucic), dem zweiten Finale am Donnerstag in Berlin (19 Uhr), sprechen zunächst Vladimir Lucic und Danilo Barthel über die 95:106-Heimniederlage in Spiel eins gegen Alba Berlin (hier der Bericht vom Spiel). Aufsehen erregen die langen Kerls im dritten Stock des Herrenbekleiders nicht nur wegen ihrer Überlänge, sondern auch aufgrund des relaxten Dresscodes, den sich Basketballer erlauben können: FCB-rotes Polo-Shirt, schwarze Shorts - und das mitten in der Abteilung "Gala & Hochzeit".

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Eine Gala-Vorstellung wird nun in Berlin dringend nötig sein, um nicht schon am Sonntag in Spiel drei im Audi Dome unter Siegzwang zu geraten. "Wir haben die Niederlage alle ganz gut verdaut", erzählt Barthel, mit 17 Punkten zweitbester Scorer seines Teams nach Nihad Djedovic, "es gab jedenfalls keine hängenden Köpfe am Tag danach. Wir müssen die Enttäuschung jetzt in positive Energie umwandeln. Jeder weiß selbst, was er besser machen kann. Es ist nur eine Niederlage, noch ist nichts verloren, und Comebacks haben wir schon in mehreren Spielen gezeigt. Wir trauen uns zu, in Berlin zu gewinnen - schließlich haben wir das in dieser Saison schon mal geschafft."

Wohl wahr: 80:70 hieß es im Herbst, auch das Pokalfinale gewann Bayern gegen Alba, mit 80:75. Eng dürfte es also schon werden, hitzig wohl auch. "Wir müssen ruhig bleiben", meint Barthel, "das bringt uns nur aus dem Konzept. Wir dürfen gar nicht nachdenken, sondern einfach unser Spiel spielen."

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Und das sieht komplett anders aus als das "Run and Gun" der Berliner. "Alba spielt sehr schnell", sagt Coach Radonjic, "wir müssen anders spielen: smarter. Und wir müssen 40 Minuten lang mit Konzentration spielen, nicht nur zehn, 15 oder 20." Wie wichtig dabei der von seiner Schulterverletzung genesene Lucic sein wird? "Er ist noch nicht bei hundert Prozent, aber er kann uns sicherlich helfen", so der Coach. Lucic selbst, der in Spiel eins vier Sekunden vor Schluss die letzte Wurfchance vor der Verlängerung vergeben hatte, meint: "Um gegen Alba zu gewinnen, brauchen wir mehr als einen guten Mann."

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